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BUND-Kreisgruppe Düsseldorf

Pressemitteilung: Zukunftsorientierten Hochwasserschutz in Himmelgeist/Itter rasch umsetzen

12. September 2019

Neues Aktionsbündnis kämpft für Deichrückverlegung im Himmelgeister Rheinbogen

Vierbindige Furchenbiene (Foto: Flickr/David Genoud)

Die heute gegründete „Deichkonferenz Düsseldorf“ begrüßt den geplanten Deichbau zwischen Schloss Meierhof und dem Wasserwerk Flehe, macht aber gleichzeitig auf Fehlentscheidungen bei der Deichplanung im Himmelgeister Rheinbogen aufmerksam und fordert eine rasche Umplanung.

Mehrere Verbände und Initiativen aus Düsseldorf haben sich am 11. September 2019 zum Aktionsbündnis „Deichkonferenz Düsseldorf“ zusammengeschlossen. Das Bündnis setzt sich für einen zukunftsorientierten  Hochwasserschutz für Himmelgeist und Itter ein. Dazu gehöre die schnelle Schließung der bestehenden Deichlücke in der Ortslage Himmelgeist. „Wir freuen uns darüber, dass hier in Kürze effektiver Hochwasserschutz für Himmelgeist entsteht.“ betont Günther Steinert vom NABU Düsseldorf. Hier würde bei einem Extrem-Hochwasser der Rhein zuerst in die Ortslagen fließen.

Der dritte Bauabschnitt entlang der Himmelgeister Landstraße ist der letzte Lückenschluss und wurde vergangene Woche im Bauausschuss des Düsseldorfer Stadtrats vorgestellt. Die Offenlage im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurde vor kurzem abgeschlossen. Die Bauabschnitte 1 und 2, Schloss Meierhof und Ortslage Himmelgeist, sind bereits genehmigt.

Das Aktionsbündnis lehnt aber die Deichsanierung im Himmelgeister Rheinbogen in der geplanten Form entschieden ab und fordert eine rasche Umplanung zugunsten der Schaffung von zusätzlichem Überflutungsraum. Südlich von Schloss Meierhof plant die Stadt Düsseldorf, den Deich auf der bestehenden Trasse zu sanieren. „Die einmalige Chance, Hochwasserschutz und Naturschutz durch eine Rückverlegung des Deichs zu verbinden, darf jetzt nicht verspielt werden.“ so Klaus Kurtz vom Förderverein Wald am Rhein.

Baumaßnahmen auf der jetzigen Deichlinie – so wie derzeit geplant – würden wertvolle Insekten-Lebensräume vernichten. Im Jahr 2018 konnte ein Gutachter im Auftrag des BUND und der Biologischen Station Haus Bürgel rund 80 Wildbienenarten auf dem Deich nachweisen. Davon gelten 12 Arten als gefährdet bis vom Aussterben bedroht. Durch die Deichsanierung würden mehrere dieser Wildbienenpopulationen ausgelöscht. Daher fordert Michael Süßer vom BUND Düsseldorf: „Angesichts des dramatischen Insektensterbens muss dieser mit Abstand größte Wildbienen-Lebensraum in Düsseldorf unbedingt erhalten bleiben.“

Aus Sicht der Deichkonferenz Düsseldorf ist eine Rückverlegung des Deiches dagegen zukunftsorientiert und kann vier Ziele gleichzeitig erreichen: mehr Hochwasserschutz durch zusätzliche Überschwemmungsflächen, die Schaffung ökologisch wertvoller Auenlandschaften, den weitgehenden Erhalt des alten Deichs mit seinen Trockenrasen und Wildbienen und die Entstehung eines attraktiven Naherholungs- und Naturerlebnisraumes in Düsseldorf.

Im November plant das Aktionsbündnis eine Veranstaltung, um eine breite Öffentlichkeit über die Deichsanierung im Himmelgeister Rheinbogen zu informieren.

Mitglieder des Aktionsbündnisses sind bislang der BUND NRW e.V. Kreisgruppe Düsseldorf, der NABU Stadtverband Düsseldorf e.V., die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. Kreisverband Düsseldorf, der Förderverein Wald am Rhein e.V., die Bürgerinitiative Hafenalarm Reisholz und die NaturFreunde Düsseldorf e.V. Das  Aktionsbündnis „Deichkonferenz Düsseldorf“ freut sich über weitere Unterstützung, gerne auch durch Einzelpersonen.

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