BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Kreisgruppentreffen September 2026: Spannendes zur Baumstrategie

01. September 2026 | BUNDintern, Bäume

Stadtgrün unter Stress - was ist die Strategie der Stadt, um auch bei Trockenheit und Hitze schattenspendende Bäume zu erhalten? Diese und weitere Fragen sorgten für ein volles Kreisgruppentreffen ...

Referent Julien Peine beim Kreisgruppentreffen  (Foto: Birgit Höfer)

Der Sprecher der BUND-Kreisgruppe Düsseldorf, Klaus Kurtz, führte das Thema so ein: Stadtgrün unter Stress

  • Langanhaltende Trockenheit
  • Mehr und längere Hitzeperioden
  • Sinkendes Grundwasser
  • Niedrigwasserstand in den Fließgewässern

Pflanzperiode 2025/2026: nach drei Jahren positiver Entwicklung wieder eine negative Baumbilanz.

  • Nächste Periode …??? 

Wie können wir nachhaltig unser Stadtgrün schützen und auch weiterentwickeln?

Das Thema wurde von der AG Stadtbäume vorbereitet und sorgte für Rekordbesucherzahl von fast 30 Personen beim Kreisgruppentreffen des BUND Düsseldorf.

Herr Peine vom Gartenamt der Stadt erläuterte das Stadtbaumkonzept der Stadt und ging auf die Fragen ein, welche die sehr aktive AG Stadtbäume des BUND Düsseldorf im Vorfeld adressiert hatte. Die Trockenheit des Sommers und der Anblick von verdorrten Jungbäumen hatte zu zahlreichen Nachfragen geführt, ob die Stadt Pflanzung und Pflege in ausreichendem Umfang leisten kann, um Bestand und Pflanzungen ausreichend zu wässern und insgesamt den Baumbestand in Düsseldorf mindestens konstant zu halten.

Düsseldorf hat vor 12 Jahren für seine Straßenbäume das sogenannte Stadtbaumkonzept in Kraft gesetzt. Dabei geht es um eine Verbesserung des Stadtklimas in defizitären Stadtteilen, und konkret um optimale Baumgruben, mögliche Baumstandorte, die klimaangepasste Zukunftsbaumliste und eine effiziente Pflege und Bewässerung.

Die „state-of-the-art“-Baumgrube ist 12 Kubikmeter groß, wird mit Baumgrubensubstrat gefüllt und von unten belüftet, um eine optimale Wurzelbildung in tiefe Schichten zu erreichen, was auch weniger Gehwegschäden durch Baumwurzeln bedeutet. Die Grube ist deutlich größer als die sichtbare Baumscheibe.

Herr Peine erläuterte die Schwierigkeiten der Standortsuche für Straßenbäume. Seit 2019 gibt es einen formalen Prozess, bei dem das Gartenamt mögliche Standorte vorprüft und dann im Umlauf von weiteren Ämtern wie dem Amt für Verkehrsmanagement, Leitungsträgern und der Feuerwehr prüfen lässt. Anfangs war wegen Problemen mit Leitungen, Abständen, Sichtbeziehungen etc. nur ca. ein Viertel der Vorschläge umsetzungsfähig. Mittlerweile liegt die Quote meist bei über der Hälfte der Vorschläge.

Das Gartenamt hat über 2000 Vorschläge des BUND mit in den Prozess einbezogen. Bald wird es eine erste konkrete Rückmeldung zu umgesetzten Vorschlägen geben und im Herbst einen gemeinsamen Pressetermin zum Beginn der Pflanzsaison.

In sieben Pflanzperioden wurden durch die Stadt insgesamt 2.291 Straßenbäume gepflanzt. Dazu kommen Bäume in Parks und die an Private verschenkten Bäume aus der Aktion „Dein Baum“. Dies ergibt dann jährlich die ca. 1500 Baumpflanzungen der Stadt außerhalb der Forste, die in die Baumbilanz eingehen. Mehr Baumpflanzungen übersteigen die Kapazitäten der fachlich geeigneten und überhaupt verfügbaren Gartenbaufirmen. Daher ist in Jahren mit vielen Fällungen, z. B. wegen Sturmschäden oder Trockenheitsfolgen, die Baumbilanz der Stadt negativ. Die Sturmschäden von Ela sind mittlerweile ausgeglichen. Ein Baum an einem neuen Standort kostet mit der Pflege in den ersten 5 Jahren rund 9.500 Euro, Sanierungen sind günstiger.

Insgesamt wachsen in Düsseldorf 250.000 Bäume im öffentlichen Raum. Dazu zählt nicht der Stadtwald (geschätzt ca. 1.000.000 Bäume). Dort wird teilweise nachgepflanzt (sogenannte Forstware, Jungbäume bis zu einer Höhe von 1,5 bis 2 Metern), teilweise wird aber auch der Neuaufwuchs der natürlichen Sukzession, also der natürlichen Verjüngung, überlassen. 

Die Stadt wertet Copernikus-Daten zum Baumüberschirmungsgrad aus für den gesamten Baumbestand in Düsseldorf einschließlich privater Flächen. Dieser war in den ausgewerteten Jahren tendenziell stabil. Die EU-Wiederherstellungsverordnung verbietet eine Verschlechterung der Überschirmung. Es ist jedoch nicht realistisch, für einen Altbaum so viele Jungbäume zu pflanzen, dass die weggefallende Überschirmung ersetzt würde. Andererseits wächst auch der Grad der Überschirmung im Altbestand. Insgesamt wird diese Kennzahl derzeit nicht in die Baumstrategie der Stadt einbezogen.

Neben Neupflanzungen sind weitere Handlungsfelder die Sanierung von Baumstandorten unter Erhalt oder auch mit Erneuerung des Baumbestandes sowie Baumnachpflanzungen in bereits vorhandenen Baumscheiben mit notwendiger Leitungsverlegung.

Das Gartenamt der Stadt stellt sich auf die erwarteten Änderungen durch den Klimawandel ein: Feuchte Winter und trockene Sommer. Die Stadt sorgt für die Bewässerung von ca. 16.000 Bäumen. Neugepflanzte Bäume erhalten ein Jahr intensive Fertigstellungspflege und 4 Jahre Entwicklungspflege. Insgesamt 6 Jahre ab Pflanzung wird bewässert. Das Gartenamt hat auf die Stadt verteilt an 75 repräsentativen Bäumen eine Sensorik installiert, die im Wurzelballen und in 4 unterschiedlichen Tiefen bis 1 Meter den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens misst. Diese Daten werden für die Bewässerungspläne genutzt. Die private Wässerung der 600 Baumpaten und weiterer privater Gießsackbefüller ist immer zusätzlich. Dies tue den Bäumen gut, aber die Stadt könne dies nicht fest einplanen.

Ausbaufähig sei das Aufstellen von 1000-Liter-Containern, die von der Stadt finanziert, von ProDüsseldorf angeliefert und aufgestellt, und aus der Dachentwässerung befüllt werden. Voraussetzung ist das Aufstellen im privaten Raum, da sonst eine Prüfung durch Amt 66 auf Verkehrsbelange erforderlich ist. Näheres unter der Aktion “Dein Fass - Gießkannenheldinnen Düsseldorf”.

Die Stadt hat eine Zukunftsbaumliste erstellt, die für den Straßenraum und zunehmende Hitzeperioden geeignet sind. Der BUND Düsseldorf hatte zusätzlich das Kriterium Bienenfreundlichkeit eingebracht. In Düsseldorf wird im Innenraum nur aus dieser Liste gepflanzt. Die Liste ist auf der Website der Stadt zu finden.

Fragen von den Teilnehmern betrafen den Rückschnitt von Bäumen im Sommer im Hinblick auf die Brutsaison (erfolgt nicht vor Juli, Firmen sind mit Teleskopen für Bruthöhlen ausgestattet), Müll auf Baumscheiben und im Mahdgut auf öffentlichen Flächen (soll vor dem Schnitt abgesammelt werden) und Sonnenbrand bei den Buchenbeständen in Benrath (durch notwendige Fällungen entstehen Lücken im Blätterdach, wodurch die vorhandenen Bäume stärker der Sonne ausgesetzt sind, Schutz durch Anstrich wie bei Jungbäumen geht bei den großen und alten nicht). Zu Fragen zur Entsiegelung wurde auf die Klimaanpassungsmaßnahmen unter der Federführung von Amt 19 verwiesen.

Das Protokoll zum Kreisgruppentreffen mit Berichten von den Terminen und Aktionen des letzten Monats sowie geplanten Aktionen findest du hier.

Wer Interesse hat in der AG Stadtbäume mitzumachen siehe die nächsten Termine in der Seitenleiste.

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