Zukunftsbäume: Trompetenbaum, Feldahorn, ungarische Eiche
(Fotos: Stephanie Schauhoff (1), CC BY3.0 Rosenzweig, bearbeitet (2), Christiane Dase (3))
In einer 6-teiligen Sommerserie stellt das Gartenamt sechs Bäume mit guter Zukunftsperspektive als Stadtbaum genauer vor. Drei Beiträge sind bereits erschienen. Die Besonderheiten der drei ersten Bäume haben wir dir hier zusammengefasst:
1. Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)
Man erkennt ihn an seinen großen herzförmigen Blättern, den auffälligen, trompetenartigen weißen Blüten und den langen bohnenartigen Fruchtkapseln, die sich daraus im Laufe des Sommers bilden und bis weit in den Winter am Baum hängen bleiben. Seine Blätter gehören zu den größten aller Stadtbäume in Mitteleuropa, was ihn besonders als Schatten- und Kühle spendenden Straßenbaum interessant macht.
Er schlägt im Frühjahr relativ spät aus und blüht auch erst im Juni - Juli, wenn andere Bäume bereits verblüht sind. Damit finden Insekten auch im Sommer noch ein gutes Nahrungsangebot und Lebensraum auf Blättern, Rinde und Ästen. Zudem bildet er ein kräftiges Wurzelsystem aus, das auch in tiefere Bodenschichten reicht, so dass er auch längere Trockenperioden gut überstehen kann.
Eine weitere Besonderheit kann man an dem Exemplar im Zoopark bewundern: Obwohl der Baum umgestürzt ist, lebt er weiter und treibt in der Krone immer wieder aus. Die “Lebenslinie”, ein schmaler Streifen intakter Rinde vom Boden bis in die Krone, reicht aus, um die Krone weiter mit Wasser und Nähstoffen zu versorgen.
Alles in allem ist der Trompetenbaum, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, sich aber schon seit dem 18. Jahrhundert in Europa als attraktiver Park- und Straßenbaum etabliert hat, ein echter Überlebenskünstler und Zukunftsbaum.
Wer ihn einmal in voller Blüte erleben möchte, kann eine ganze Allee des beeindruckenden Altbaumbestands im Sommer an der Lotharstraße in Niederkassel bestaunen.
Sinngemäß übernommen aus der Sommerserie über den Trompetenbaum.
2. Feldahorn (Acer campestre)
Der Feldahorn gehört zu den heimischen Arten, die seit Jahrhunderten zwischen Rhein und Alpen an Waldrändern, Hecken und Feldern wachsen, und er leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Über Jahrhunderte haben sich viele Arten an ihn angepasst. Seine Blätter dienen Raupen und Insekten als Nahrung; Blattkäfer, Blattläuse, Zikaden und andere Kleinsttiere finden an ihm einen Lebensraum und seine Rinde bietet Moosen, Flechten und Pilzen ein Lebensumfeld. Davon profitieren wiederum zahlreiche Vogelarten und auch Fledermäuse jagen dort, wo viele Insekten unterwegs sind.
Aber auch in der Stadt kommt der Feldahorn gut zurecht. Er ist robust und sehr anpassungsfähig. Er bildet ein verzweigtes Wurzelsystem, das auch in tiefere Schichten vordringt, so dass er auch mit Trockenheit gut umgehen kann, zumal seine kleinen Blätter weniger Wasser verdunsten. Außerdem wächst er auf unterschiedlichsten Böden und verträgt Rückschnitte. Der Feldahorn ist mit 6-12 m eher klein und daher gut für Wohngebiete geeignet.
Im Gegensatz zum Trompetenbaum ist er ein Frühblüher. Wenn viele andere Gehölze gerade erst austreiben, liefert der Feldahorn mit seinen unscheinbaren, kleinen gelbgrünen Blüten bereits wertvollen Nektar und Pollen für Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und viele andere Bestäuber. Und im Herbst erfreut er mit seinem goldgelben Blätterkleid. Viele Exemplare stehen im Rheinpark an der Cecilienallee.
Sinngemäß übernommen aus der Sommerserie über den Feldahorn.
3. Ungarische Eiche (Quercus frainetto)
Ursprünglich stammt sie aus den warmen Regionen Südosteuropas und ist daher an heiße Sommer und Trockenheit gewöhnt. Sie ist eine typische Eiche, aber im Unterschied zu den heimischen Arten leicht an den sehr großen, tief gelappten Blättern, die mehr als 20 Zentimeter lang werden können, zu erkennen. Sie entwickelt eine ausladende Krone, wird bis zu 30 m hoch und kann mehrere hundert Jahre alt werden und ist dann an der tief gefurchten Rinde zu erkennen. Im Herbst die bildet sie die typischen Eicheln und fällt durch ihre leuchtende Laubfärbung in Gelb und Orange auf.
Wie die deutsche Eiche übernimmt sie viele, wichtige ökologische Aufgaben: Ihre Krone bietet zahlreichen Tierarten Lebensraum, ihre Blätter und ihre Rinde dienen vielen Insekten als Nahrung oder Rückzugsort und ihre Früchte, die Eicheln, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere.
Sinngemäß übernommen aus der Sommerserie über die ungarische Eiche.
In den weiteren Folgen sind geplant:
- Gingko
- Purpur Erle
- Blasenbaum
Wir werden berichten.
Weitere Informationen zum Thema Stadtbäume findest du unter den folgenden links:
In der → Zukunftsbaumliste der Stadt findest du alle Bäume, die noch als Stadtbäume in Frage kommen.
Im Zoopark gibt es den 1,3 km langen → Baumlehrpfad mit Infotafeln zu 12 Baumarten, wo du dir die Bäume auch gezielt nochmal ansehen kannst.
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