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Sommerserie: Zukunftsbäume für Düsseldorf - Teil II

25. August 2026 | Bäume, Biodiversität, Natur in der Stadt

Der Ginko, die Purpur-Erle und die Blasenesche sind drei weitere Bäume aus der Zukunftsbaumliste, die das Gartenamt in seiner Sommerserie vorstellt …

3 Bäume Zukunftsbäume für Düsseldorf: Ginko, Purpur-Erle, Blasenesche  (Fotos: Christiane Dase)

Sie zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, welche Eigenschaften Bäume mitbringen müssen, um auch unter den zunehmend schwierigen Bedingungen des Stadtklimas zu bestehen. Im Folgenden fassen wir das Wichtigste über diese schönen Bäume für euch zusammen:

4. Ginko (Ginkgo biloba)
Der Ginkgo ist ein echter Überlebenskünstler. Seine Geschichte reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück. Als einzige heute noch lebende Art einer uralten Pflanzengruppe hat er zahlreiche Veränderungen der Erdgeschichte überstanden. Der ursprünglich aus China stammende Ginkgo ist besonders hitze- und trockenheitsverträglich. Er kommt außerdem mit Luftverschmutzung, Frost sowie vielen Krankheiten und Schädlingen gut zurecht. Selbst unter schwierigen Standortbedingungen kann er vital bleiben und mehrere hundert, teilweise sogar mehr als tausend Jahre alt werden. Seine tiefreichenden Wurzeln erschließen auch in trockenen Sommern Wasser aus tieferen Bodenschichten.

Mit seinen fächerförmigen Blättern ist der Ginkgo unverwechselbar. Im Herbst färben sie sich leuchtend gelb und sorgen für einen auffälligen Farbakzent. Die Blätter tragen außerdem dazu bei, Feinstaub aus der Luft zu filtern. 

Auch kulturell hat der Ginkgo eine besondere Bedeutung. In China und Japan wird er seit Jahrhunderten als Symbol für Hoffnung, Lebenskraft und Langlebigkeit verehrt. Bekannt wurde auch ein Ginkgo in Hiroshima, der die Atombombenexplosion überstand und anschließend wieder austrieb. Der Baum gilt deshalb bis heute als Symbol für die Kraft des Lebens und für Erneuerung.

Woran erkennt man ihn?

  • Charakteristische fächerförmige Blätter mit einer Einkerbung
  • Leuchtend gelbe Herbstfärbung
  • Junge Bäume wachsen zunächst schmal und aufrecht
  • Ältere Bäume entwickeln eine breite, locker aufgebaute Krone
  • Weibliche Bäume bilden im Herbst Früchte, die unangenehm riechen können – deshalb werden im Stadtbereich meist männliche Bäume gepflanzt

Der Ginkgo zeigt damit besonders eindrucksvoll, dass Anpassungsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung für die Stadtbäume der Zukunft ist. Zur Sommerserie des Gartenamtes geht es hier → Ginko.

5. Purpur-Erle (Alnus spaethii)
Die Purpur-Erle ist ein vergleichsweise junger Zukunftsbaum – und gleichzeitig einer, der schnell Wirkung zeigt. Die Kreuzung aus Japanischer und Kaukasischer Erle wächst besonders in jungen Jahren sehr zügig. Jährlich kann sie etwa 40 bis 80 Zentimeter an Höhe gewinnen. Dadurch entwickelt sie bereits nach relativ kurzer Zeit eine dichte Krone, die Straßen, Gehwege und Fassaden beschattet.

Die Purpur-Erle ist zudem robust und anpassungsfähig. Sie kommt mit Hitze, Wind und städtischen Belastungen gut zurecht und stellt keine besonders hohen Ansprüche an den Boden. Mit einer Höhe von meist bis zu etwa 15 Metern eignet sie sich auch für kleinere Straßenräume.

Ihren Namen verdankt sie ihrem auffälligen Austrieb: Im Frühjahr erscheinen die Blätter zunächst in einem Purpurton, bevor sie sich grün färben. Das Laub bleibt außerdem ungewöhnlich lange am Baum und sorgt teilweise bis in den Winter hinein für Grün.

Auch ökologisch hat die Purpur-Erle interessante Eigenschaften. Wie andere Erlen lebt sie in Symbiose mit sogenannten Frankia-Bakterien. Diese können Stickstoff aus der Luft binden und damit zur Anreicherung des Bodens beitragen. Ihre früh im Jahr erscheinenden Kätzchen liefern außerdem Pollen für Wildbienen und andere früh fliegende Insekten. Krone, Zweige und Rinde bieten Vögeln und Insekten Schutz und Lebensraum.

Woran erkennt man sie?

  • Purpurfarbener Austrieb im Frühjahr
  • Später dunkelgrünes Laub, das besonders lange am Baum bleibt
  • Schnelles Jugendwachstum
  • Dichte, später breit ausladende Krone
  • Meist bis etwa 15 Meter hoch und damit auch für kleinere Straßenräume geeignet

Die Purpur-Erle steht damit für einen wichtigen Aspekt der Klimaanpassung: Je schneller ein Baum eine schattenspendende Krone entwickelt, desto früher kann er seine positive Wirkung auf das Stadtklima entfalten. Zur Sommerserie des Gartenamtes geht es hier → Purpur-Erle.

6. Blasenesche (Koelreuteria paniculata)
Die Blasenesche bildet den farbenfrohen Abschluss der Sommerserie. Während viele Bäume bereits im Frühjahr blühen, wartet sie bis zum Hochsommer: Dann erscheinen ihre leuchtend gelben Blüten und bieten Insekten Nahrung zu einer Zeit, in der das Blütenangebot vieler anderer Gehölze bereits zurückgeht. Anschließend entwickeln sich auffällige, lampionartige Fruchtstände, bevor sich das Laub im Herbst gelb und orange färbt.

Die ursprünglich aus Ostasien stammende Blasenesche wird in Europa bereits seit dem 18. Jahrhundert als Zier- und Parkbaum geschätzt. Trotz ihres Namens gehört sie botanisch nicht zu den Eschen, sondern zu den Seifenbaumgewächsen.

Mit einer Höhe von meist weniger als 15 Metern bleibt sie vergleichsweise klein. Das macht sie besonders interessant für kleinere Plätze, Wohnquartiere und Privatgärten, wo große Straßenbäume häufig keinen ausreichenden Platz haben.

Gleichzeitig ist die Blasenesche gut an die Bedingungen des Klimawandels angepasst. Sie verträgt Hitze und Trockenheit und kann deshalb auch an schwierigen innerstädtischen Standorten eingesetzt werden.

Besonders interessant ist ihr ökologischer Wert: Ihre gelben Blüten erscheinen mitten im Sommer und bieten Insekten eine zusätzliche Nahrungsquelle, wenn viele andere Bäume bereits verblüht sind. Mit ihren auffälligen Fruchtständen und der gelb-orangen Herbstfärbung sorgt sie außerdem für eine große gestalterische Vielfalt im Stadtgrün.

Woran erkennt man sie?

  • Meist weniger als 15 Meter hoch
  • Leuchtend gelbe Blüten mitten im Hochsommer
  • Auffällige, lampionartige Fruchtstände
  • Gelb-orange Herbstfärbung
  • Gut geeignet für kleinere Plätze, Wohnquartiere und Privatgärten

Die Blasenesche macht deutlich, dass ein Zukunftsbaum nicht unbedingt groß sein muss. Auch kleinere Baumarten können einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten und gleichzeitig für mehr biologische Vielfalt und attraktive Grünräume sorgen. Zur Sommerserie des Gartenamtes geht es hier → Blasenesche.

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