BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Vision Zero - ein Jahr lang Null Verkehrstote in Helsinki

04. Februar 2026 | Klimaschutz, Mobilität, Mobilitätswende

Vision Zero - Null Verkehrstote, ist als Ziel für Düsseldorf beschlossen und soll bis 2030 erreicht werden. Mit neun Verkehrstoten 2023 und auch 2024 ist die Landeshauptstadt weit davon entfernt. Wie schafft es Helsinki?

Sichere Straßen in Helsinki  (Foto: Julia Kivelä)

Fußgänger zuerst

Diese Priorisierung hat Helsinki klar für seine Verkehrsplanung definiert und arbeitet danach:
1. Fußgängerverkehr 
2. Fahrradverkehr, 
3. ÖPNV, 
4. Wirtschaftsverkehr und 
5. individueller Pkw-Verkehr 
- ausdrücklich “in dieser Reihenfolge”. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kindern und Jugendlichen.

Zentraler Ausgangspunkt der Planung ist die Verkehrssicherheit 

Ein wichtiges Element zur Umsetzung sind Geschwindigkeitssenkungen und -kontrollen, weil das Risiko von Unfällen und die Schwere auch stark von der Aufprallgeschwindigkeit abhängt. Gleichzeitig werden Verkehrsführung und bauliche Maßnahmen für Fußgängerwege und -überwege sowie Fahrradwege verbessert.

Natürlich kam der Erfolg nicht über Nacht. Begonnen wurde 2015, ein nachgeschärftes Verkehrssicherheitsentwicklungsprogramm 2022-2026 wurde 2021 verabschiedet. (→ Quelle und mehr)

Originalbericht aus Helsinki

Der Verkehrsplaner Roni Utrianen von der Stadt Helsinki hat im August 2025 ein informatives Webinar gehalten, das im Mobilitätsforum Bund des Bundesamtes für Logistik und Mobilität zugänglich ist.

Zur Erreichung der Vision Zero spielen viele Maßnahmen zusammen. Das Hauptverkehrsstraßennetz wurde ausgedünnt. Hier darf meist schneller als Tempo 30 gefahren werden, um Ausweichverkehr durch die Wohnviertel zu vermeiden). Straßen in Neubauvierteln werden so gestaltet, dass sie nicht zum Rasen einladen.

Von Juli 2024 bis Juli 2025 gab es tatsächlich Null Verkehrstote, im weiteren Jahresverlauf 2025 dann 2 Tote (2024 insgesamt 4). Dadurch lässt sich Helsinki aber nicht entmutigen.

Vergleich: Helsinki - Berlin - Düsseldorf

Der BUND Berlin vergleicht wegen der kleinen stark schwankenden Zahlen  5-Jahres-Durchschnitte der Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner. Das sieht für 2024 so aus:

  • Helsinki ca. 0,8
  • Berlin fast 1,2.
  • Düsseldorf rund 1,7         

Verkehrstote/100.000 Einwohner. (Für Düsseldorf berechnet mit den Zahlen der Verkehrstoten 2020 bis 2024 aus den offiziellen Verkehrsberichten der Polizei: 11+15+11+9+9= 55 Verkehrstote in 5 Jahren, also durchschnittlich 11 Verkehrstote pro Jahr, bei ca. 650.000 Einwohner also 1,69 Verkehrstote/100.000 Einwohner).

Erläuterungen zur Berechnung und mehr zu Helsinki und Berlin.

Offener Brief und Petition “Tempolimit Jetzt!”

Die Deutsche Umwelthilfe hat ihren Klageerfolg gegen das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zum Anlass genommen, zusammen mit BUND, VCD, Gewerkschaft der Polizei und vielen anderen ihre Forderung nach Tempolimits auf Deutschands Autobahnen, Landstraßen und innerorts zu erneuern mit diesem Offenen Brief an Bundeskanzer und Minister.

Petition “Tempolimit Jetzt” zur Unterzeichnung auf Change.org. Wer noch nicht unterzeichnen hat: unterzeichne jetzt!

Aus der Pressemitteilung der DUH vom 02.02.2026

"Peter Schlanstein, Vorsitzender der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland: „Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) weist darauf hin, dass niedrigere und einheitlichere Geschwindigkeiten die Unfallwahrscheinlichkeit deutlich senken und die Schwere von Unfallfolgen verringern, da Bremswege kürzer sind und Korrekturen eher möglich bleiben. Tempolimits reduzieren zudem große Geschwindigkeitsunterschiede, stabilisieren den Verkehrsfluss und erhöhen die Resilienz des Verkehrssystems, auch in kritischen Situationen. Damit leisten sie zugleich einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit sowie zu Umwelt- und Gesundheitsschutz.“

Verena Graichen, Bundesgeschäftsführerin Politik des BUND: „Seit Jahren zeigen Umfragen eindeutig: Eine klare Mehrheit der Bevölkerung unterstützt ein generelles Tempolimit auf Autobahnen – und das parteiübergreifend. Selbst unter den Mitgliedern des größten deutschen Automobilclubs spricht sich die Mehrheit dafür aus. Raser gefährden die Freiheit; die einer sicheren Fahrt und eines entspannten, unversehrten Ankommens. Es ist Zeit, dass verantwortliche Politiker*innen ihre Zurückhaltung ablegen und im Interesse von Sicherheit und Klimaschutz entschlossen handeln.“

Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende: „Ein allgemeines Tempolimit ist überfällig. Mit keiner anderen Maßnahme lässt sich der CO2-Ausstoß so schnell, einfach und auch noch kostenlos reduzieren. Vor allem würde ein Tempolimit auch Unfälle verhindern und damit Leben retten. Auch der Verkehr selbst würde durch einen besseren Verkehrsfluss profitieren. Eine Win-Win-Win-Situation.“"

Mehr zu den Wirkungen eines Tempolimits für Emissionen und Sicherheit beim Umweltbundesamt.

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