Trocken gefallene Buhne in Lohausen
(Foto: Birgit Höfer)
Tiefsstände beim Wasserstand, Extreme bei der Wassertemperatur
In Hitze- und Trockenperioden verschlechtert sich die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt des Rheins. Dies beeinträchtigt direkt die Lebensgrundlage der Fische, aber auch der Lebewesen in Auen und Nebengewässern. Der BUND NRW erläutert die Zusammenhänge in seiner Pressemitteilung vom 06.08.2026: “Niedrige Wasserstände setzen das Ökosystem Rhein, aber auch kleinere Flüsse und Bäche massiv unter Stress. Mit sinkender Wasserführung steigen Wassertemperaturen und Schadstoffkonzentrationen, während der Sauerstoffgehalt abnimmt. Besonders empfindliche Fischarten wie Meerforelle und Äsche geraten dadurch zunehmend unter Druck.”
Am 12.08.2026 lag der Pegel in Düsseldorf (siehe hier im Informationssystem Pegel Online) bei 7 cm, und somit deutlich unter dem Niedrigwasser von 2018 mit 23 cm. Dies entspricht einem Wasserstand in der Fahrrinne von 165 cm. Ein Zeitverlauf von Wassertemperatur und (nachlaufendem Sauerstoffgehalt) lag nur für den Pegel in Bad Honneff vor (siehe hier auf dem Informationssystem Undine); dort bewegte sich die Wassertemperatur Mitte Juli um 24 Grad und schwankte in den letzten Tagen mit kühlen Nächten im Tagesverlauf stark zwischen 18 und 29 Grad.
Auswirkung auf die Fische
Die Rheinische Post berichtete am 28.07.2026 unter Bezug auf den Experten Klaus Markgraf-Maué vom Nabu-Rheinbüro detaillierter über die Folgen für das Ökosystem und speziell die Fische im Rhein. “Für viele Fischarten bedeute die Hitze enormen Stress. „Die Fische haben einen stark erhöhten Stoffwechsel und geraten unter Stress. Dadurch steigt auch ihre Anfälligkeit für Krankheiten“, sagt der Biologe. In besonders heißen Sommern habe es deshalb größere Fischsterben gegeben. Als Beispiel nennt der Experte das Jahr 2018, als im Hochrhein rund 90 Prozent der Äschenpopulation verendete.” Er bezeichnete 28 Grad als einen kritischen Wert, was sich auch in europäischen Vorgaben für Einschränkungen von Kühlwasser in den Rhein wiederspiegelt. Diese Temperatur wird im Rhein zeitweise überschritten.
"Vor allem an kühle Fließgewässer angepasste Arten stoßen nach seinen Angaben an ihre Belastungsgrenzen. Doch auch typische Rheinfische wie Brassen, Barsche, Zander und Aale leiden unter dem Niedrigwasser. „Die Tiere haben kaum noch Ausweichmöglichkeiten.“ Bei normalen Wasserständen könnten Fische auf kühlere Nebengewässer oder beschattete Bereiche ausweichen. Bleibt der Pegel jedoch über Wochen niedrig, trocknen viele dieser Rückzugsräume aus oder werden vom Hauptstrom abgeschnitten." Wanderfische wie der Aal würden in die Fahrrinne gedrängt und Verletzungen durch Schiffsschrauben dadurch häufiger.
Auen und Nebengewässer trocknen aus
Die Trockenheit wirkt sich nicht nur auf den Pegelstand des Rheins aus. In der RP vom 28.07.2026 heißt es weiter: "Auch die Auen leiden unter der Trockenheit. Weil die Grundwasserstände eng mit dem Pegel des Rheins zusammenhängen, trocknen Altarme und Nebengewässer zunehmend aus. Im Naturschutzgebiet Emmericher Ward etwa wird eine Nebenrinne normalerweise an rund 270 Tagen im Jahr vom Rhein durchströmt. Seit März fließt dort jedoch kein Wasser mehr hindurch, wie Markgraf-Maué sagt: „Hält die Trockenheit an, könnte das Gewässer vollständig austrocknen.“ Dann gingen dort lebende Arten wie Insektenlarven, Kleinkrebse und andere zugrunde, denn sie könnten nicht wie die Wasservögel ausweichen.
Die Tagesschau vom 11.8.2026 zeigte dramatische Bilder von der Austrocknung der Auen am Oberrhein. Nicht nur die eigentlich anpassungsfähigen Lebensgemeinschaften der Auen werden derzeit zu schnellen Veränderungen ausgesetzt. Die Trockenheit hat auch Auswirkungen auf die Wasserspeicherfähigkeit der Auen im Hochwasserfall. Zum Videolink geht es hier.