Geplante Flutrinne in der Urdenbacher Kämpe
(Wasser- und Schifffahrtsstrassenverwaltung (WSV))
Die Wasser- und Schifffahrtverwaltung (WSV), eine staatliche Behörde, ist Eigentümerin von schmalen Geländestreifen entlang von Fließgewässern wie dem Rhein, auch in Düsseldorf. Als Eigentümerin der Flächen ist die WSV nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer herzustellen. Außerdem ist die WSV für die Schifffahrt auf großen Flüssen in Deutschland verantwortlich. Wenn sie, um die Schifffahrt weiter zu ermöglichen, Eingriffe in die Flüsse tätigt (z.B. Ausbaggerung der Fahrrinne), muss die WSV einen ökologischen Ausgleich nach Naturschutzgesetz schaffen.
Eingriff und Ausgleich
So ein Vorhaben war Ende letzten Jahres für Düsseldorf öffentlich vorgestellt worden. Im Rahmen des Vorhabens W27 der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sei, so die WSV, ein Eingriff in den Rhein in Höhe der Lausward nötig (zum gesamten Projekt W27 unten mehr). Der dafür nötige ökologischer Ausgleich soll in der Urdenbacher Kämpe stattfinden.
Flutrinne in der Kämpe
Geplant ist die Entwicklung einer auentypischen Vorlandgestaltung mit einer Flutrinne und unterstromiger Anbindung an den Urdenbacher Altrhein (siehe dazu auch die Graphik). Ziel der Maßnahme ist es, die Verbesserung der Verbindung zwischen Rhein und der Aue zu ermöglichen, sowie die Habitatentwicklung im Ufer- und Auenbereich für eine Vielzahl von Arten zu fördern. Der rheinnahe Bereich des Gebietes wird in Ergänzung zum Projektes W27 so umgestaltet, dass sich eine möglichst naturnahe Auenlandschaft entwickeln kann. Dafür soll ab Rhein-km 719,8 parallel zum Rhein eine breite und flache Flutrinne angelegt werden, die der Rhein ab einem bestimmten Wasserstand durchströmt. Bei niedrigeren Wasserständen bleibt sie über den Urdenbacher Altrhein mit dem Rhein verbunden. Je nach Wasserführung des Rheins steht in einem gewissen Teil der Rinne Wasser und es kann sich eine auentypische Vegetation entwickeln.
WSV engagiert sich im Rahmen der WRRL
Das Vorhaben in der Kämpe fällt deutlich umfangreicher aus, als der nötige gesetzliche Ausgleich es erforderlich machen würde. Mit dem mehr an Ausgleich kommt die WSV zusätzlich ihrer Aufgabe der ökologischen Verbesserung der Fließgewässer nach. Das ist ausdrücklich zu begrüßen!
Weitere Aufwertung für die Urdenbacher Kämpe
Die Urdenbacher Kämpe ist mit 324 Hektar Fläche das größte Naturschutzgebiet in Düsseldorf und liegt direkt am Rhein. Mit der Renaturierung des Altrheinarms vor 10 Jahren, übrigens ein Vorschlag aus dem BUND, hatte die Kämpe schon eine deutliche Aufwertung erfahren. Mit der Flutrinne am Rhein kommt nun voraussichtlich ein weiteres ökologisches Leuchtturmprojekt dazu. Der Vorschlag dazu stammt übrigens aus der Biologischen Station Haus Bürgel, die dazu eine Machbarkeitsstudie hatte anfertigen lassen. Darin geht es nicht nur um die Flutrinne direkt am Rhein, sondern auch um weitere, parallel laufende, auf Flächen der Nordrhein-Westalen-Stiftung. Auch dazu gibt es schon einen Projektantrag, der beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) eingereicht ist und wohl gefördert werden wird.
Projekt W 27
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSA) hatte am 30. November 2025 zur sogenannten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung geladen für das Projekt W27 – Abladeverbesserung und Sohlenstabilisierung zwischen Duisburg und Stürzelberg. Wir hatten in einer früheren Meldung schon darüber berichtet.