Das Fachforum Lebensraum Stadt
Eingeladen hatte zu dieser Veranstaltung am 17.08.2026 das Fachforum Lebensraum Stadt, das seit 1999 existiert und sich für nachhaltige Entwicklung in Düsseldorf engagiert.
Die Referentin und ihr Thema
Eingeladen war als Referentin Sabine Feldmann, Diplom-Ingenieurin und Mitglied in der Vereinigung für Stadt-, Regional und Landesplanung. Sie war Dezernentin für Regionalplanung in Köln. Im Referat befasst sie sich mit den Fragen: Ist eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik möglich, und wie sähe sie aus? In Düsseldorf fehlen bezahlbare Wohnungen – kann der Bauturbo dazu beitragen, diese Not zu lindern?
Ihr Fazit:
Der Bauturbo könne bei der Beschleunigung von spezifischen Bauprojekten helfen, wenn die Kommunen ihn verantwortungsvoll anwenden (ihn begrenzen auf Verdichtungen, Aufstockungen, Bau auf schon versiegelten Flächen). Für die sozialen Verwerfungen auf dem Wohnungsmarkt biete er eher keine Ansatzpunkte, hier sind vor allem Planungs- und Baukosten für die möglichen Mieten grundlegend. Der Bauturbo ist bis 2030 begrenzt und ein vorgezogener Teilaspekt der geplanten Novelle des Baugesetzbuchs auf Bundesebene. Der wird – so die Einschätzung der Referentin – kein großer Wurf, es drohen Verschlechterungen bei Umweltbelangen und Bürgerpartizipation.
Solche Verschlechterungen sind auch schon möglich im Rahmen des vorgezogenen Bauturbos und das stieß in Düsseldorf auf scharfe Kritik von Politik und Verbänden. Bund und Land können beim Baurecht nicht bis in die Kommunen durchregieren, da die Kommunen Planungshoheit auf ihrem Gemeindegebiet haben. Die Kommunen entscheiden – natürlich im Rahmen der allgemein formulierten Baugesetze – über die konkrete Ausgestaltung von Planungs- und Genehmigungsprozessen.
BUND Stellungnahme zum Bauturbo
Der BUND Düsseldorf hatte sich mit einer Stellungnahme in diese Diskussion erfolgreich eingebracht. Und so hat der Düsseldorfer Stadtrat – die Referentin lobte das ausdrücklich – beschlossen, den Bauturbo nicht im Außenbereich, also auf Freiflächen, und nicht bei größeren Planungsvorhaben, z.B. Glasmacherviertel, anzuwenden. Außerdem sollen die Bezirkvertretungen als örtliche politische Gremien weiter – wenn auch verkürzt - an den Planungsprozessen im Rahmen des Bauturbo teilhaben.
Unser Fazit:
Eine interessante Veranstaltung mit nachfolgend intensiver Diskussion! Die Wohnungsfrage ist und bleibt (leider) ein sozialpolitisches Problem von hoher Relevanz für die Menschen und das Bauen generell aus umwelt- und klimapolitischer Sicht ein wichtiges Feld der zukünftigen Gestaltung unserer Städte.