Graureiher am Bach
(Pixabay, Waldemar Zielinski)
Fern von Wissenschaftsskepsis und Elfenbeinturm kann mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) jede*r zur Erforschung der biologischen Vielfalt beitragen. Demokratie in der Wissenschaft - Wie geht das?
Das Zauberwort heißt hier Citizen Science, auf deutsch Bürgerwissenschaften. Statt dass die Forschung sich auf geschulte WissenschaftlerInnen konzentriert, sollen normale BürgerInnen in den Projekten mitgenommen werden. Dabei bauen sie Wissen auf und tragen wichtige Daten zum Vorkommen von Arten (gerade auch Allerweltsarten) bei.
Und hier greift der sogenannte Bioblitz, wie er in Düsseldorf in der Woche der Artenvielfalt durchgeführt wurde. Ein Bioblitz ist eine zeitlich begrenzte Aktion, bei der möglichst viele Arten in einem bestimmten Gebiet gefunden, fotografiert, bestimmt und dokumentiert werden. Das kann beispielsweise an der Düssel, am Rhein, an Teichen, in naturnahen Grünflächen oder sogar im eigenen Garten (dann aber bitte ohne Pflanzen) geschehen. Die Woche der Artenvielfalt regt an, dass sich Menschen so mit Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und der biologischen Vielfalt in ihrer Umgebung beschäftigen. Für das Düsseldorfer Stadtgebiet kamen beim Bioblitz zur Artenvielfalt 2026 in einer Woche 1182 Beobachtungen mit 560 Arten zusammen. https://observation.org/bioblitz/24454/bioblitz-dusseldorf-aktionswoche-artenvielfalt/ Die Beobachter waren im Stadtwald, der Urdenbacher Kämpe und in den Parkanlagen besonders aktiv, aber nicht an der Düssel. Das wollen wir ändern!
Viel zu entdecken an der Düssel in Vennhausen - Täglich gehen hier Menschen spazieren, ob mit dem Hund oder einfach so, und machen ihre Beobachtungen. Ob der Graureiher, der immer geduldig dort am Ufer sitzt, die Bachforellen, die seit neuestem unter der Brücke wieder gegen die Strömung ankämpfen oder das Teichhuhn, das mit seinen Jungen hinten im Dickicht der neu entstandenen Aue nach Essbarem sucht.
Bestimmungshilfe bei Beobachtungen - Doch oft weiß man nicht: Was ist das für eine Pflanze? War das gerade wirklich ein Flusskrebs? Hier helfen Apps zur Artenbestimmung, mal ein positiver Einsatz von KI. Mithilfe von Apps wie iNaturalist oder observation.org lässt sich schnell herausfinden, was man vor sich hat. Ob hier ein gelbes Windröschen an der Düssel oder ein Signalkrebs am Eselsbach.
Lokale Verbundenheit in der Düsselgruppe in Vennhausen - In Zeiten von Demokratie- und Klimakrise ist es wichtig, sich mit der Umgebung zu beschäftigen und auch Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammenzubringen. Beschäftigung mit der Natur vor der Haustür wird in diesem Kontext für ganz neue Zielgruppen interessant.
In Vennhausen hat sich vor kurzem die Düsselgruppe gegründet. Hier arbeiten der BUND Düsseldorf, die Naturfreunde Düsseldorf und der im Viertel ansässige Heimatverein "Siedler-, Bürger- und Heimatverein Düsseldorf - Tannenhof zusammen, um die Menschen an der vor Ort renaturierten Düssel zusammenzubringen. Egal ob Pflanz- oder Mitmach-Aktionen mit den Schulen und Kitas vor Ort, fachliche Führungen oder das bürgerschaftliche Interesse allgemein - viel ist hier aktuell geplant. Wichtig ist dabei der Gedanke, gemeinwohlorientierte und nachhaltige Projekte lokal zu gestalten. Hier kann ein BioBlitz Menschen zusammenbringen und zum gemeinsamen Erlebnis in der Natur einladen. (Nebenstehend ist der nächste Termin der Düsselgruppe angekündigt).
Hintergrund:
Die bundesweite Aktionswoche „Achtung Artenvielfalt!“ unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär lädt laut Ankündigung auf der Seite FONA (Forschung für Nachhaltigkeit) dazu ein, biologische Vielfalt zu entdecken und Biodiversitätsforschung kennenzulernen.
Auf observation.org kann sich jede*r registrieren, Beobachtungen in der Umgebung auswerten und auch - unabhängig von einer Woche der Artenvielfalt - selbst z. B für ein Wunschgebiet einen Bioblitz einrichten und zum Mitmachen einladen. Für die Bestimmung und Erfassung von Arten unterwegs dient die Observation-App.