BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Wie entsteht ein Zukunftsbild für eine ganze Stadt?

13. Januar 2026 | Nachhaltigkeit

Das Raumwerk D – Düsseldorfs städtebauliches Entwicklungskonzept – zeigt, wie aus Ideen, Perspektiven, Diskussionen und Zusammenarbeit ein gemeinsames Bild für das Düsseldorf von morgen entstanden ist - geprägt von Kreativität, Dialog und dem Wunsch nach einer lebenswerten Stadt.

Raumwerk D  (Bild: Stadt Düsseldorf)

Im Herbst 2025 erschien im DISTANZ Verlag eine Publikation, die diesen besonderen Prozess beleuchtet. Sie stellt das Konzept vor, erzählt seine Entstehungsgeschichte und bietet eine Lesehilfe zum Verständnis der fachlichen Inhalte. Beiträge, Interviews, Illustrationen und Fotos zeigen, wie Beteiligung der Öffentlichkeit und Fachwissen zusammenwirken. Entwickelt wurde das Konzept in enger Zusammenarbeit mit dem Büro urbanista aus Hamburg.

Am Donnerstag, 20. November 2025, um 18 Uhr, hatte die Stadtverwaltung Düsseldorf ins Heinrich-Heine-Institut eingeladen. Eine Lesung aus der neuen Publikation ließ die Entstehung des Raumwerks D lebendig werden – begleitet von Stimmen und Bildern aus dem Prozess. Anschließend diskutierten Cornelia Zuschke (Planungsdezerentin in Düsseldorf), Ruth Orzessek-Kruppa (ehemalige Stadtplanungsamtsleiterin), Kai Fischer (Leiter des Stadtplanungsamtes), Marion Hörsken (Geschäftsführerin der IHK Düsseldorf) und Prof. Christa Reicher (RWTH Aachen, Baukulturbeirat) über Wandel, Strategien und Zusammenarbeit in der Stadtentwicklung. 

„Es sei“, so Cornelia Zuschke, „Zeit sich mal selbst zu feiern für dieses in der Fachwelt anerkannte innovative Vorhaben.“ Das war auch Tenor der anschließenden Podiumsdiskussion mit Zuschke, IHK, Wissenschaft und Verwaltung. Das Raumwerk sei eine moderne, zukunftsorientierte, flexible Blaupause, die für alle städtebaulichen Planungsvorhaben zu berücksichtigen sei. 

Dem widersprachen auch die Diskussionsredner*innen aus dem Publikum nicht. Kritisch angemerkt aus dem Publikum wurde aber, dass bei aktuellen städtebaulichen Planungsunterlagen keine Verweise auf das Raumwerk erkennbar seien. Außerdem sei das Raumwerk unvollständig, weil der Mobilitätsplan D, die Rahmenvorgabe für die Verkehrsplanung, immer noch nicht verabschiedet sei. Zuschke bat beim Mobilitätsplan um Geduld. Beim Konzept für die Altstadt, dass gerade in Bearbeitung sei, würde das Raumwerk D berücksichtigt. 

Das Raumwerk D ist aus Sicht des BUND Düsseldorf tatsächlich eine brauchbare Rahmenvorgabe. Wir werden nachhalten, ob das große Investment in den ausführlichen und partizipativen Prozess zur Erstellung dieses Werks tatsächlich in der konkreten Praxis von Stadt- und Bauplanung Früchte tragen wird. 

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