Zur zweiten Weidenschnittpflegeaktion der Saison in der Urdenbacher Kämpe waren Gummistiefel angesagt. Das Rheinhochwasser tut was es soll, es überschwemmt die tiefer liegenden Auenbereiche in der Kämpe und die Kopfweiden stehen teilweise in knöcheltiefem Wasser. Sie müssen aber jetzt geschnitten werden bevor die Vogelbrutsiason beginnt, denn dann sind Rückschnittarbeiten nicht mehr erlaubt um die Vögel nicht zu stören.
Mit Gummistiefeln und Astscheren ausgerüstet watet die Gruppe von 17 Helfern im 20 cm tiefen Wasser zum Tatort: eine Wiese mit 15 ca. 1,50 m hohen Kopfweiden. Alle Ruten müssen nun möglichst nah am Kopf abgeschnitten werden, damit sich der Kopf auf die Dauer nicht zu stark vergrößert. Das erfordert bei den dicksten Ästen mit bis zu 3 cm Durchmesser schon etwas Kraft, aber mit den langen Astscheren lässt es sich gut bewältigen, da das Holz doch sehr weich ist.
Die Weidenruten ziehen wir dann aus dem Wasser aufs Trockene. Anschließend werden sie zu tragbaren Bündeln zusammengebunden und auf den Hänger geladen.
Am Ende nehmen einige der teilnehmenden Lehrer Weidenrutenpakete mit für Aktionen mit den Schülern. Zwei Teilnehmer vom NAJU haben am Folgetag den Bau eines Tipis mit Schülern geplant.
Und ich nehme einen dicken Strauß Weidenkätzchen für die Vase mit nach Hause. Als blinde Passagiere kommen noch ein paar Ameisen und ein kleines Spinntier mit, die jetzt mit meinem Balkon Vorlieb nehmen müssen.
Und warum das Ganze? Sowohl Kopf- als auch Korbweiden, die einmal beschnitten wurden, müssen regelmäßig wieder geschnitten werden, weil der Stamm keine ausreichende Stabilität entwickelt um ältere dickere bzw. ausladendere Äste tragen zu können. Die Bäume würden sonst leicht auseinanderbrechen.
In früheren Zeiten wurde das Holz der Kopfweiden zum Heizen genutzt, obwohl es keinen hohen Brennwert hat. Und die Ruten der Korbweiden wurden für die Herstellung von Korbwaren gebraucht.
Ich habe wieder was gelernt und freue mich auf die nächste Aktion in der Natur!
Hier ein paar Impressionen: