Gewässerschau am Schwarzbachgraben am 29.10.2026
(Foto: Birgit Höfer)
Die Gewässerschau am 29.10.2026 beginnt am Durchlass unter der A 44, wo der Schwarzbachgraben von Ratinger Gebiet auf Düsseldorfer Stadtgebiet geleitet wird. Von Herrn Bode vom Umweltamt erfahren wir, dass der Schwarzbachgraben auf ein natürliches Gewässer, den Kettelbach, zurückgeht, der bei Knittkuhl entspringt. Der Gewässerverlauf wurde wegen des Autobahnbaus verlegt und befindet sich nun südlich der A44. Der neue Schwarzbachgraben wird aber weiter als Gewässer eingestuft.
Neben dem Graben sehen wir zwei Regenrückhaltebecken. In dem einen wird Wasser von der Autobahn gesammelt, in dem anderen Niederschlagswasser. Bei letzterem gibt es ein Absetzbecken zur Vorbehandlung, in dem sich Schwebstoffe absetzen, bevor das Wasser in den Bach eingeleitet werden darf. Für die Regenrückhaltebecken an der Autobahn läuft die Ausstattung mit Absetzbecken und wegen Ölresten auch mit einem Fettabscheider noch.
In diesem Bereich ist der Schwarzbachgraben ein temporär trockenfallendes Gewässer. Das großzügige Profil ist für die geringen regelmäßigen Wassermengen überdimensioniert, hat aber bei Starkregen eine große Leistungsfähigkeit, so dass am Schwarzbachgraben keine Hochwassergefahr besteht.
Der erste Abschnitt von ca. 2,7 km Länge wurde 2001 renaturiert. Bei der Renaturierung wurde das südliche Ufer stark abgeflacht, um etwas von dem ursprünglichen Charakter als sandgeprägter Tieflandbach zurückzubringen. Das Nordufer ist mit Gehölzen bestanden, direkt am Wasser mit Erlen, die „nasse Füsse“ gut vertragen. Das Südufer wird durch Mahd offengehalten. In der gemähten Fläche sind auch Schilfreste zu erkennen.
Für die Erdarbeiten im Rahmen der Renaturierung sicherte man das Bodendenkmal Gut Heidendonk, ein Herrenhaus, das hier (laut Gedenkstein) bis 1944 stand und aus einer mittelalterlichen Burganlage (Motte), hervorging.
Die Gruppe gelangt zu einem weiteren Durchlass an der Autobahn; diesmal ist es die A 52, die wir in einem weiten Bogen überwinden müssen. Der Durchlass ist mit einem Gitter versperrt, um Geschwemmsel aufzuhalten und das Verunglücken von Personen zu verhindern. Der Stadtentwässerungsbetrieb der Stadt Düsseldorf (SEBD) ist bei der Gewässerschau als Unterhaltungspflichtiger dabei und notiert sofort, dass die Ansammlung von Laub und Ästen am Rechen zeitnah entfernt werden muss, ebenso wie später im Verlauf der Begehung zwei Einkaufswagen im Bach.
Wir befinden uns jetzt in der Nähe des Valourec-Geländes. Nachdem die Produktion von Stahlrohren dort 2023 aufgegeben wurde, wird nun ein moderner Gewerbepark geplant. Dabei soll der der alte Schwarzbachgraben offengelegt, werden, der derzeit vollständig verrohrt ist.
Nach Umgehung der Autobahn folgt ein Abschnitt mit großen Beständen an Japanischem Staudenknöterich. Der Neophyt wird hier regelmäßig gemäht, um die Ausbreitung zu verhindern. Für eine Beseitigung müssten 1,50 Meter Boden abgetragen werden, da schon kleinste Wurzelstücke neu ausschlagen. Auf die Frage eines Teilnehmers bestätigt der SEBD, dass in anderen Bereichen auch erfolgreich mit Schafbeweidung gearbeitet wird.
Nach dem Überqueren der S-Bahn-Strecke erreichen wir einen Teil, der schon in den 90er Jahren renaturiert wurde. Hier finden sich sogar eine größere Schilfbestände. Nicht weit von der Mündung in den Kittelbach weitet sich das Gelände parkähnlich auf. Direkt entlang des Flughafengeländes hätten wir einen so schönen Grünzug nicht erwartet.
Und Herr Bode hat noch eine Überraschung im Fischbestand zu bieten: Hier kommen Bitterlinge vor. Das Besondere ist, dass diese in Symbiose mit Teichmuscheln leben, die hier auch nachgewiesen wurden. Das einzige andere Vorkommen in Düsseldorf ist im Ostpark.
Es war wieder eine sehr interessante Führung, dazu noch bei schönstem Herbstwetter. Wir freuen uns schon auf die nächsten Gewässerschauen, die für das Frühjahr am Eselsbach und am Hoxbach angekündigt wurden.
Hintergrund:
„`Gewässerschau´ heißt die Besichtigung und Begehung eines Gewässers, der Uferbereiche und des für die ökologische Funktion notwendigen Umfeldes durch Fachleute der zuständigen Ämter der Stadt Düsseldorf und interessierter Bürgerinnen und Bürger. Amtliche Gewässerschauen sollen Missstände aufdecken und deren Beseitigung zeitnah einleiten, wie beispielsweise die illegale Lagerung von wasser- und naturgefährdenden Stoffen. Auch die ordnungsgemäße Unterhaltung und Pflege des Gewässers wird im Rahmen einer Gewässerschau überwacht.“ (Zitat von der Webseite der Stadt)
Die Termine der Gewässerschauen finden Sie auf der Webseite der Stadt und beim BUND Düsseldorf. Jeder kann ohne Anmeldung teilnehmen.