PV-Anlage auf dem technischen Rathaus
(Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Amt für Gebäudemanagement)
Die Landeshauptstadt Düsseldorf treibt den Ausbau der Solarenergie auf städtischen Gebäuden voran: Auf den Dächern des Technischen Rathauses in Bilk ist eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Sie senkt die Energiekosten, reduziert den CO₂-Ausstoß und zeigt, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln Hand in Hand gehen können.
666 Solarmodule für mehr Klimaschutz
Die Photovoltaikanlage auf dem Technischen Rathaus an der Brinckmannstraße 5 wurde im August 2026 in Betrieb genommen. Insgesamt 666 Solarmodule mit einer Leistung von rund 306 Kilowattpeak (kWp) erzeugen dort künftig erneuerbaren Strom. Dieser wird überwiegend direkt im Gebäude genutzt und verringert damit den Strombezug aus dem öffentlichen Netz.
Eine Investition, die sich rechnet
Bereits in der ersten Betriebswoche konnte die Anlage an sonnigen Tagen bis zu 34 Prozent des Strombedarfs des Technischen Rathauses decken. Die Stadt rechnet mit erheblichen finanziellen und ökologischen Vorteilen:
- Rund 70.000 Euro weniger Energiekosten pro Jahr
- Etwa 130 Tonnen CO₂ weniger Ausstoß jährlich
- Rund 570.000 Euro Gesamtinvestition
- 350.000 Euro Fördermittel
- 220.000 Euro verbleibender städtischer Eigenanteil
Nach Berechnung der Stadt amortisiert sich der Eigenanteil bereits nach rund drei Jahren. Die Anlage ist Teil der Düsseldorfer Solaroffensive, mit der die Stadt den Ausbau erneuerbarer Energien auf ihren eigenen Gebäuden vorantreiben will.
Einordnung in den Plan der Stadt
2021 hatte der Rat der Stadt beschlossen, den Ausbau und die Nachrüstung von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden intensiv voranzutreiben, um damit Düsseldorf zur Sonnenstadt zu machen. Bis Ende 2025 waren 4.300 Kilowatt-Peak (kWp) installiert, davon ca. 1.000 bereits vor 2021. D.h. in 4 Jahren wurden ca. 3.300 Kilowatt-Peak (kWp) zugebaut, das sind ca. 825 Kilowatt-Peak (kWp)/Jahr.
Geplant sind weitere 6.500 Kilowatt-Peak (kWp), wobei die Stadt keinen Endtermin vorgibt. Zumindest sollen aber 80% der Schulen und Kitas bis 2030 mit PV-Anlagen ausgestattet sein.
In 2026 wurde neben der Anlage auf dem technischen Rathaus Bild im April noch ein Solarfaltdach auf dem Klärwerk Düsseldorf-Süd mit 1.370 Kilowatt-Peak (kWp) installiert. D.h. in diesem Jahr kommen demnach 1.676 Kilowatt-Peak (kWp) dazu, das ist doppelt soviel Zubau wie in den Jahren zuvor.
Einordnung der Treibhausgas-Einsparung
Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Sektor „Kommunale Einrichtungen“ insgesamt lediglich 2,7 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Düsseldorfs ausmacht, wird klar wie groß die Herausforderung und wie klein das Puzzlesteinchen Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden ist.
Insbesondere, da die Treibhausgasemissionen zwischen 2020 und 2022 trotz eines rückläufigen Energieverbrauchs um 7,9 Prozent gestiegen waren. Ein Teil des Anstiegs war auf die Umstellung der Berechnungsmethode auf einen bundesweit verwendeten Standard zurückzuführen. Ende 2026 werden die Zahlen für 2024 erwartet, dann wird sich zeigen, wo Düsseldorf tatsächlich steht.
BUND begrüßt den Ausbau – mahnt aber mehr Tempo an
Die BUND Kreisgruppe Düsseldorf begrüßt die neue Photovoltaikanlage ausdrücklich. Sie ist ein wichtiger Schritt, um den kommunalen Gebäudebestand klimafreundlicher zu machen. Zugleich zeigt das Projekt, dass Investitionen in erneuerbare Energien nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern sich auch finanziell lohnen können.
Doch einzelne erfolgreiche Projekte reichen nicht aus. Der BUND sieht mit Sorge auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Es stellt sich die Frage, ob der Ausbau der erneuerbaren Energien und die notwendigen Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung künftig noch mit ausreichender Geschwindigkeit vorankommen werden.
Der BUND fordert deshalb, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen weiterhin konsequent zu priorisieren. Dabei muss die Stadt nicht nur ihre eigenen Gebäude klimafreundlicher machen, sondern auch die Energiewende in privaten Haushalten, Wirtschaft und Verkehr voranbringen und sie muss ihre Klimaziele mit konkreten Maßnahmen, verlässlichen Investitionen und einem nachvollziehbaren Zeitplan unterlegen.
Entscheidend ist, dass aus einzelnen Erfolgen ein flächendeckender und kontinuierlicher Fortschritt wird – damit Düsseldorf sein Ziel der Klimaneutralität bis 2035 tatsächlich erreichen kann.