Ostparkweiher mit niedrigem Wasserstand Juni 2026
(Foto: Peter Mahn)
Bereits 2021 war mit einer Machbarkeitsstudie zur Rettung des Sees begonnen worden. Nach Evaluierung der verschiedenen vorgeschlagenen Möglichkeiten hat sich der zuständige Ausschuss nun entschieden und am 29. Juni wurden die jetzt beschlossenen Maßnahmen dem Naturschutzbeirat im Detail vorgestellt:
Status bisher
Der Ostparkweiher ist heute ein Grundwasser-geprägter See. Der ursprüngliche Bachzulauf führt wegen Bautätigkeiten im Umfeld schon lange kein Wasser mehr. Das kontinuierliche Sinken des Grundwasserspiegels wirkt sich daher auch auf den Wasserspiegel des Ostparkweihers aus. In den vergangenen Jahren wurde schon von der Feuerwehr Wasser zugeführt und der See wurde umgewälzt um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen und Pflanzen und Tiere zu schützen. Dies waren jedoch nur Notmaßnahmen.
Ursachen
Daher wurde nach einer nachhaltigen Lösung gesucht und 2021 das Projekt zur Rettung des Sees gestartet. Es wurde festgestellt, dass neben dem sinkenden Grundwasserspiegel die Verschlammung des Sees, die durch den Eintrag von zu viel organischem Material zustande kommt, ein grosses Problem für die Tier und Pflanzenwelt ist. Der See ist im Mittel 80 cm tief und davon sind 30 cm verschlammt. Das nimmt den schützenswerten Arten, wie z.B. der Armleuchteralge, der grossen Teichmuschel, Bitterling, Schleie und Hecht den Lebensraum.
Was wird genau gemacht
Nach Prüfung verschiedener Massnahmenvarianten und Zuwendungsbescheid für Fördergelder hat sich der zuständige Ausschuss der Stadt jetzt für eine Variante entschieden: Der See wird über „Saugbaggerung“ mit einem Amphibienfahrzeug entschlammt und etwa mittig wird der See auf ca. 1 m vertieft, so dass die Tiere auch bei niedrigen Wasserständen ausreichend Lebensraum haben. Ursprünglich waren 3 kleinere Vertiefungen geplant, dies wurde jedoch verworfen, um Armleuchteralge und grosse Teichmuschel möglichst wenig zu beeinträchtigen. Außerdem sorgt die größere Vertiefung auch für eine bessere Wasserumwälzung, was die Neubildung von Schlamm zumindest verlangsamen sollte, ganz zu verhindern ist sie nicht.
Der Schlamm wird dann entweder mechanisch, z.B. über eine Zentrifuge, entwässert oder mithilfe von geotextilen Entwässerungssäcken, die als Membran wirken und nur Wasser aber keine festen Bestandteile durchlassen. Das so zurückgewonnene Wasser wird zunächst untersucht, ob es Phosphat- und Sediment-frei ist, und dann zurückgeführt. Die Ufer werden mit Pflanzmatten für Schilf o.ä. ökologisch aufgewertet.
Zeitplan und Sperrungen
Die Arbeiten werden aus ökologischen Gründen von Oktober bis Januar durchgeführt. Während der ganzen Massnahmen müssen rund um den Weiher einige Wege und Wiesen für Parkbesucher gesperrt werden. Es müssen Zufahrtswege für LKW und für das Amphibienfahrzeug geschaffen werden, Rohrleitungen müssen verlegt werden und es ist Platz für die Wasser und Bodenanalyse und die Entwässerung nötig. Alles wird selbstverständlich anschließend rückgebaut und wieder instand gesetzt.
Kosten
Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Angebotsphase bis Ende Juli. Dann werden die Aufträge erteilt. Die Kosten für das Projekt liegen nach Angaben der Stadt bei gut 1,5 Millionen Euro wovon 942.000 € durch Fördergelder abgedeckt sind.
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