Der Energiebedarfs-Donut für Städte
(Bild: Qvantum Industries AB)
Alle Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30.06.2026 eine Wärmeplanung erstellen. Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern haben noch bis zum 30.6.2028 Zeit. Grundlage dafür ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze. Es ist zusammen mit dem vieldiskutierten Gebäudeenergiegesetz am 1.1.2024 in Kraft getreten.
Die Verwaltung der Stadt Düsseldorf arbeitet seit Anfang 2024 zusammen mit der PricewaterhouseCoopers GmbH und den Stadtwerken Düsseldorf AG an der Düsseldorfer Wärmeplanung. Diese besteht aus fünf Schritten, nämlich
1. Bestandsanalyse
2. Potenzialanalyse
3. Erstellung eines Zielszenarios
4. Einteilung des Stadtgebietes in Fokusgebiete
5. Ableitung einer Strategie zur Zielerreichung und Umsetzung
Die vorläufige Potentialanalyse liegt der Stadt vor. Demnach verbraucht Düsseldorf ca. 6 TWh an Wärme pro Jahr. Die Wärme wird überwiegend – zu ca. 78% - durch die Verbrennung von Öl und Gas bereitgestellt.
Demgegenüber ergibt sich ein unter technischen und rechtlichen Bedingungen nutzbares Potential von 10 TWh, überwiegend aus geothermischen Wärmepumpen, Effizienzmassnahmen, Solarthermie, Grosswärmepumpen zur Nutzung der Oberflächengewässer und der Umgebungsluft, sowie von Abwasser. Biomasse spielt eine untergeordnete Rolle, für grüne Gase wurde kein Potential ermittelt. Das Potential dezentraler Luft-Wasser Wärmepumpen ist im bisher ermittelten technischen Potential nicht enthalten. Gleichermassen wird das Potential der Tiefengeothermie und der Abwärmennutzung aus Industrie und Gebäuden, noch ermittelt.
Sieben Stadtteile, Angermund, Kalkum, Hubbelrath, Unterbach, Itter, Himmelgeist und Volmerswerth sind für Wärmenetzte nicht geeignet. In allen anderen Stadteilen ist eine Erschließung zumindest technisch möglich. Eine ökonomische Betrachtung steht noch aus.
Gegenwärtig wird im “Reallabor Fernwärme Jahnstraße” eine Verdichtung der Anschlüsse an eine bestehende Fernwärmeleitung erprobt. Dazu sollen 20 Gebäude im Bereich Jahnstraße 88 bis 119 angeschlossen werden. Die bestehende, sanierungsbedürftige Gasleitung wird in Folge stillgelegt.
Der Stand der Kommunalen Wärmeplanung in Düsseldorf findet sich unter www.duesseldorf.de/waermeplanung.
Das Zielscenario soll bis März 2025 fertiggestellt werden, ein Maßnahmenplan soll im Sommer 2025 vorgestellt werden. Die Beschlussfassung zum Wärmeplan ist für Ende 2025 vorgesehen.
Was passiert beim BUND?
Der BUND hat auf Bundesebene eine Austauschgruppe Wärmewende / Wärmeplanung eingerichtet. Beim letzten Treffen waren aus Düsseldorf Karl Heinz und Thomas dabei.
Bei diesem Austausch wurden folgende Fragen aufgeworfen:
- Wie lässt sich Fernwärme mit erneuerbarer Energie betreiben, wie werden die damit verbundenen Kosten sozialverträglich verteilt?
- Sind Abwärmepotentiale bekannt und fließen Sie in die Wärmeplanung ein (für Düsseldorf kann diese Frage bejaht werden).
- Gibt es schon eine Priorisierung/Bewertung erneuerbarer Wärmepotentiale
- Welche Unterschiede sind zwischen Wärmeplanungen in grossen und kleine Städten ersichtlich? Sollte der Austausch auf gleicher Ebene stattfinden, oder können kleine Städte von grossen Städten profitieren?
Dies Gruppe trifft sich zum nächsten Mal Ende März. Weiterhin ist der BUND Standpunkt19 zur Wärmewende und Wärmeplanung verfügbar.