Die neue Schnellladestation an der Fährstrasse
(Fotos bzw. Fotomontage: Klaus Kurtz)
Düsseldorf ist Ladehauptstadt schrieben die Stadtwerke in einem Artikel von 2023. Das ist eine Führungsposition, die Elektroautonutzer in Düsseldorf sicher freut. Gegenwärtig zählt Düsseldorf mehr als 2000 öffentlich zugängliche Ladepunkte von ca. 30 Anbietern. Mehr als die Hälfte, etwa 1200, werden von den Stadtwerken Düsseldorf betrieben. Zählt man private und betriebliche Ladepunkte dazu, wird das Angebot noch größer. Und auch die Vielfalt wächst, neben Ladesäulen und Wallboxen kann man an Laternen und am Bordstein laden.
Was auffällt: Im Gegensatz zu anderen Städten hat Düsseldorf auch viele Schnellladestationen im Stadtgebiet aufgebaut. Schon 2021 wurde damit begonnen.
Und jetzt geht der Ausbau weiter. Die Bauarbeiten am Schnellladepark an der Fährstrasse sind fast abgeschlossen. Verkehrsgünstig gelegen, stellt dieser Ladepark eine gute Ergänzung der Infrastruktur für Pendler und Düsseldorfer dar.
BUND Düsseldorf Mitglied Thomas Nowak hat mit Klaus Schüßler, Leiter New Mobility der Stadtwerke Düsseldorf gesprochen:
TN: Herr Schüssler, die Stadtwerke Düsseldorf sind seit langem als Anbieter einer Ladeinfrastruktur aktiv. An 16 Standorten stehen Schnellladesäulen, zwei Standorte sind sogar jetzt schon Ladeparks, dort stehen also mehrere dieser Säulen. Schnellladeparks fand man bisher noch nicht so oft in Innenstadtlagen, obwohl auch dort ein Bedarf besteht. Viele Menschen können oder wollen nicht über Nacht laden, sondern schnell mal zwischendurch. Die Stadtwerke haben darauf reagiert: An der Fährstrasse entsteht der 17. Standort. Welche Leistung soll dieser bereitstellen und wann können wir mit der Fertigstellung rechnen?
Klaus Schüßler: Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Erstellt werden vier Schnellladesäulen mit je zwei Ladepunkten und einer Leistung von 400kW und eine „normale“ Ladesäule mit ebenfalls zwei Ladepunkten und 22kW Leistung. Die Ladesäulen sind inzwischen installiert, das Dach ist aufgesetzt und die Außenanlagen sind auch fast fertig. Die Eröffnung des Parks ist zum 05.12.2025 geplant.
TN: Der Ladepark hat eine tolle Architektur. Holzständer, ein leicht geschwungenes Dach und PV-Module in der Dachkonstruktion. Das sieht modern aus. Gibt es Abschätzungen, wie hoch die Bedarfsabdeckung durch diese Module ist? Und gab/gibt es Überlegungen, diese Module durch einen lokalen Batteriespeicher zu ergänzen?
Klaus Schüßler: Der Schnellladepark ist der Erste, den wir mit einem PV-Dach bauen. Er hat eine Leistung von ca. 50 kWp und wird – vorsichtig geschätzt – 45 000 kWh Strom generieren. Natürlich kann der Strom aus der PV-Anlage den nachgefragten Ladestrom nur ergänzen. Je nach Nachfrage füllen wir die Lücke dann mit zertifiziertem Grünstrom aus unserem Netz.
TN: Die Verfügbarkeit von Ladesäulen wird ja immer wieder kritisch in der Presse diskutiert. Wie steht Düsseldorf im Deutschlandvergleich dar? Welche Ausbaupläne gibt es, besonders für Schnellladeparks in Innenstadtlagen.
Klaus Schüßler: Die Stadtwerke Düsseldorf sind in einem Benchmark der Bundesnetzagentur mit allen Stadtwerken in Deutschland auf Platz 1 in der Kategorie „öffentlich zugängliche Ladepunkte pro 100.000 Einwohner. Bezieht man alle der rund 30 in der Landeshauptstadt Düsseldorf aktiven Anbieter öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur in den Vergleich mit ein, dann ist Düsseldorf Ladehauptstadt.
TN: Gibt es Überlegungen, die Ladestrompreise flexibel an das Angebot anzupassen, damit Angebotsspitzen, z.B. mittags, stärker über die in Autos verbauten mobilen Batterien aufgefangen werden?
Klaus Schüßler: Die Branche arbeitet aktuell an mehreren Pilot-Projekten zu dem Thema. Eine konkrete Einführung ist noch nicht geplant.
TN: Ist das Düsseldorfer Stromnetz in der Lage, genug Elektrizität zu liefern, auch wenn alle Bürger elektrisch mobil unterwegs wären?
Klaus Schüßler: Der bisherige Hochlauf von E-Fahrzeugen konnte in Düsseldorf gut integriert werden. Für die weiteren Ausbaupläne der Ladeinfrastruktur der Stadtwerke Düsseldorf erwarten wir für die nächsten Jahre keine Restriktionen.
Der Hochlauf von E-Fahrzeugen ist aktuell wieder sehr erfreulich. Da das Thema in 2023 und 2024 nicht konsequent von allen Stakeholdern verfolgt wurde, ist leider von einem Komplettumstieg auf E-Autos in diesem Jahrzehnt nicht mehr auszugehen. Weitergehende Details für die Zeit nach 2030 kann sicher die Netzgesellschaft Düsseldorf liefern.
TN: Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim weiteren Ausbau. Wir hoffen auf eine gleichbleibend hohen Ausbaugeschwindigkeit und wünschen den Nutzern eine tolle Ladeerfahrung an der Fährstrasse.
Klaus Schüßler: Ich danke Ihnen und freue mich auf den Tag der Inbetriebnahme.