BUND-Kreisgruppe Düsseldorf

Lass es blüh’n im Dorf

19. April 2021

Der Frühling ist da! Es grünt und blüht überall. Überall? Leider nicht. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Flora in der Stadt ein wenig vielfältiger zu machen und damit auch einen Beitrag zur Artenvielfalt bei den Insekten zu leisten. Mit sogenannten Samenbomben (englisch „Seedbombs“) kannst du sehr unkompliziert mit wenigen Handgriffen dafür sorgen, dass etwas wächst, wo vorher nichts war.

Der Frühling ist da! Es grünt und blüht überall. Überall? Leider nicht. Bei Spaziergängen durch Düsseldorf, die dieser Tage ja zur Hauptfreizeitbeschäftigung gehören dürften, sind sie euch sicher auch schon aufgefallen: brachliegende Flächen, verwahrloste Verkehrsinseln, eintönige Rasenstücke, verlassene Grundstücksgelände und kahle Baumscheiben, die zwar allesamt nicht von Beton überzogen sind, aber Insekten kaum Nahrung bieten.

Und dabei ist es gar nicht so schwer, die Flora in der Stadt ein wenig vielfältiger zu machen und damit auch einen Beitrag zur Artenvielfalt bei den Insekten zu leisten. Mit sogenannten Samenbomben (englisch „Seedbombs“) kannst du sehr unkompliziert mit wenigen Handgriffen dafür sorgen, dass etwas wächst, wo vorher nichts war.

Und so geht’s:

Du brauchst für 6 bis 7 Seedbombs

  • 5 EL Blumenerde (am besten Bioerde und in jedem Fall torffrei)
  • 5 EL Katzenstreu (Katzenstreu? Ja richtig. Herkömmliches Katzenstreu besteht aus Betonit, einer Zusammensetzung aus verschiedenen Tonerden, die für die Umwelt unbedenklich sind. Achte aber darauf, dass das Streu naturbelassen ist, also keine Zusatzstoffe enthält, wie z. B. Duftstoffe etc.)
  • 1 TL Wildblumensamen (Achte auf Insektenfreundlichkeit: nicht alle Blühpflanzen ziehen Insekten an. Wähle vorzugsweise heimische und möglichst samenfeste Sorten. Das Düsseldorfer Gartenamt verschenkt zurzeit Wildblumensamen, die sogenannte „Düsseldorfer Mischung“. Sie können beim Gartenamt in der Kaiserswerther Straße abgeholt werden (nähere Informationen findest du unter www.duesseldorf.de). Ökologisches Saatgut bietet z.B. die Bingenheimer Saatgut AG).
  • etwas Wasser

Außerdem:

  • eine Rührschüssel
  • Löffel
  • eine Unterlage zum Trocknen der fertigen Samenbomben (z. B. ein Stück Pappe, einen Eierkarton, ein Backblech o.ä.)

So gehst du vor:

1. Mische zunächst die Erde mit dem Saatgut.

2. Füge anschließend das Katzenstreu hinzu und mische alle trockenen Zutaten noch einmal gründlich.

3. Gib dann vorsichtig so viel Wasser hinzu, dass ein fester, aber geschmeidiger Teig entsteht.

4. Knete alles gut durch, teile walnussgroße Portionen von dem Teig ab und forme mit den Händen Kugeln daraus.

5. Lasse die fertigen Samenbomben auf deiner Unterlage für einige Tage trocknen. An einem kühlen und trockenen Ort sind sie bis zu zwei Jahre haltbar ‒ aber besser ist es, baldmöglichst die Stadt damit zu verschönern (auf den Samentütchen findest du Angaben, wann ein guter Zeitpunkt zum Ausbringen deiner Saat ist).

 

Und dann der wichtigste Schritt: Lass die Bombe „platzen“! Lege sie an deinem Zielort ab oder ‒ wenn die Stelle schwer zugänglich ist ‒ wirf sie dort hin. Privatgärten solltest du allerdings meiden, da es ja nicht darum geht zu provozieren, sondern der Natur und dem Menschen etwas Gutes zu tun (du könntest dir bekannten Schottergartenbesitzer*innen deine fertigen Seedbombs jedoch schenken. Vielleicht verstehen sie den Wink mit dem Zaunpfahl ja...)

 

Eine kleine Bitte:

Du kennst eine Stelle, die eine ordentliche Portion Seedbombs vertragen könnte? Dann schicke uns ein Foto mit einer kurzen Beschreibung, wie man diesen Ort findet. Wir veröffentlichen es gerne über unsere Socialmediakanäle und laden zum fleißigen „Bewurf“ ein.

Oder du bist selbst schon im „Guerilla Gardening“-Fieber? Dann schick uns ein Foto von deiner Wurf-bzw. Pflanzaktion mit Ortsangabe. Du erreichst uns über info(at)bund-duesseldorf.de oder über facebook und instagram.

Mehr Informationen zum Selbermachen von Samenbomben findest du z.B. unter https://www.smarticular.net/samenbomben-seedbomb-einfach-selber-machen/ 

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