Aus Präsentation über klimagerechte Ernährung
(Bild: Anton Plaschke)
CO2-Emissionen der Nahrungsmittelproduktion
Essen wir das Klima auf? Wie hoch ist der Anteil der Nahrungsmittelproduktion an den globalen CO2-Emissionen? Mit diesen Fragen startete Anton in seine interaktive Präsentation über eine klimagerechte Ernährung.
Tatsächlich verursachen unsere Lebensmittel ca. ein Drittel der Treibhausgasemissionen. Anton erklärte ausführlich die direkten und indirekten CO2-Emissionen, die bei der Nahrungsmittelproduktion entstehen, aufgeschlüsselt nach tierischen, pflanzlichen und industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Wobei bekanntermaßen die tierischen Lebensmittel mit Abstand den größten CO2-Fußabdruck haben, aber auch die indutrielle Verarbeitung die CO2-Emissionen stark in die Höhe treibt (z.B. Pommes).
Ein Ausschnitt aus einer Dokumentation des Umweltschützers, Tauchers und Fotografen Robert Marc Lehmann zeigte nochmal anschaulich, was durch Brandrodung von Urwäldern für Tierfutteranbau oder Weideflächen tagtäglich an Natur verloren geht.
Umweltschädlicher Transport
Natürlich trägt auch der Transport zum CO2-Fußabdruck bei, wobei der Schiffstransport aufgrund der großen Tonnagen pro Schiff im Vergleich zu Flug oder LKW noch die günstigste Transportform ist. Aber klar, je länger der Transportweg umso schädlicher.
Schwierige Wahl beim Lebensmitteleinkauf
Beim Thema Verkauf richtete Anton den Fokus auf die verschiedenen derzeit existierenden Güte-Siegel, die dem Verbraucher aber alle keine Information über die Gesamtnachhaltigkeit des Lebensmittels geben und er plädierte für ein verlässliches Nachhaltigkeitssiegel, das alle Aspekte einbezieht und dem Käufer eine einfache Entscheidung ermöglicht.
Was soll auf den Teller?
Beim Thema Verzehr ging es nochmal um die großen Zusammenhänge und das Plädoyer "Lasst uns Nachdenken beim Essen!" Hierzu gab es verschiedene Tipps zu links auf denen man den CO2-Fußabdruck verschiedener Gerichte finden und ggfs. berechnen lassen kann. Leider waren die Seiten aktuell nicht mehr verfügbar, eine Alternative findet ihr -> hier.
Muss das sein: Lebensmittelentsorgung?
Am Ende ging es noch um die Lebensmittelverschwendung: wusstest du, dass in 2007 so viele Lebensmittel verschwendet wurden, wie auf 1,4 Mrd. Hektar Land produziert wurden? Das entspricht einer Fläche des zweitgrößten Landes der Erde und das ist die Antarktis!
Die Gründe sind vielfältig. Allein in Deutschland werden 11-15 Mio.t Lebensmittel durch Haushalte, Außer-Haus-Verzehr, Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel entsorgt. Auch hier hat also jeder Verbraucher die Möglichkeit Einfluß zu nehmen.
Ein einem kleinen Film zeigte Anton dann noch eine gute Idee zur Vermeidung von Verschwendung in einem Bürokomplex in USA. Dort ist in der Küche eine Kamera auf einen Tisch gerichtet auf den Lebensmittel abgestellt werden können (z.B. Kuchenreste von einer Feier o.ä.) und sobald etwas Neues dazukommt bekommen alle Mitarbeiter eine Nachricht und dann geht der "run" in die Küche los!
Und bei uns gibt es ja schon "too good to go", wo man für kleines Geld am Ende des Tages Restlebensmittel bekommen kann. Darüber hatte Anton eine Überraschungstüte mitgebracht, deren frischer Brot- und Mohnduft uns während der Präsentation die ganze Zeit in die Nase zog, und das wir dann mit den vielen mitgebrachten vegetarischen und veganen Aufstrichen verköstigen konnten.
Anton bekam großes Lob für seinen tollen Vortrag!
Was der BUND früher schon erreichte
Zum Thema Einfluß der Verbraucher bzw. des BUND ergänzte eine Teinehmerin noch, dass die vor vielen Jahren geführte Kampagne vom BUND für eine Haltungskennzeichnung auf den Eiern dazu geführt hat, dass Eier für den direkten Verzehr praktisch nicht mehr aus Massentierhaltung stammen, weil die Verbraucher diese nicht mehr kaufen. Das hat zumindest zu einer deutlichen Reduzierung der Massentierhaltung bei Hühnern geführt.
Grünstift Kochgruppe sucht Mitglieder
Auch passend zum Thema stellte Lika die Kochgruppe des Grünstift vor, die sich immer am 3. Mittwoch im Monat in Gerresheim trifft und gemeinsam einfache und schnelle, umwelt- und tiergerechte, gesunde und leckere Alltagsgerichte kocht. Wer Interesse hat mitzumachen ist herzlich eingeladen. Weitere Info´s in diesem Grünstift auf S. 12.
Kreisgruppen-Tagesordnung
Nach einem kurzen Rückblick auf die Aktivitäten des letzten Monats wurden die anstehenden Planungen vorgestellt. Der Vorschlag unser Grundstück bei Schloß Mickeln gegen zwei Grundstücksparzellen der Stadt direkt am Rhein zu tauschen, auf denen wir eine Aue entwickeln können, wurde von den Teilnehmern positiv aufgenommen.
Die von Jörg neu entworfenen Aufsteller mit Informationen zur Kreisgruppe wurden ebenfalls sehr positiv bewertet. Es wurde beschlossen, dass wir uns an der "Robin Wood Floßtour 2025", die vom 5.-7.09. in Düsseldorf Station macht mit einem Infostand beteiligen. Weiterhin wurde für die Teilnahme am Stadtradeln, der FFF Klimademo und unserer nächsten Müllsammelaktion am Rhine Clean Up Day geworben und auf die kommenden Infostände auf dem Clean Up Fest am Nikolaus-Groß-Platz und auf dem Wildparkfest hingewiesen.
Das Protokoll des Kreisgruppentreffens findet ihr -> hier.