Ankündigung Radrunde Deich
(Birgit Höfer)
20 Teilnehmende hatten sich angemeldet, darunter auch Einwohner aus den Stadtteilen Himmelgeist und Itter. Ein überaus interessiertes, teilweise auch informiertes Publikum war zusammengekommen, wissbegierig und diskussionsfreudig. Die geplanten 90 Minuten reichten deshalb auch nicht aus, so dass die Veranstaltung 30 Minuten länger dauerte. Die Natur präsentierte sich in satter Frühlingpracht. Das Wetter spielte mit, es war kühl, aber es gab kein Regen!
Entlang dem Deich durchs Naherholungsgebiet Himmelgeister Rheinbogen
Die Gruppe konnte Deich und Natur per Rad “erfahren”. Der Himmelgeister Rheinbogen im Düsseldorfer Süden ist neben der Urdenbacher Kämpe die zweite große unbebaute Rheinschleife auf Düsseldorfer Gebiet. Während es in Urdenbach eine Geländekante gibt, so dass für den Hochwasserschutz kein Deich nötig ist, ist das Gebiet der ehemaligen Aue am Himmelgeister Rheinbogen relativ flach. Der Deich verläuft quer durch den unbebauten Bereich. Der Großteil des Deichvorlandes steht unter Naturschutz. Hier sind Flutrinnenreste zu erkennen, es gibt schöne Kopfweidenbestände, in denen der Steinkautz brütet. Teilweise werden die Flächen extensiv durch Beweidung bewirtschaftet. Das Gebiet ist bei den Düsseldorfern als Naherholungsgebiet beliebt. Auf der Landseite des heutigen Deiches überwiegt aktuell die Nutzung als Ackerland. Dies ist der Bereich, der bei einer Rückverlegung des Deiches (je nach Planungsvariante teilweise) vor dem Deich liegen würde.
Klaus Kurtz vom BUND Düsseldorf informierte an vier Stopps
- Zu genehmigten Abschnitten des Neubaus des Himmelgeister Deichs;
- Zum strittigen dritten Abschnitt der Deichsanierung: Was leistet moderner
Hochwasserschutz und was nicht? Warum eine Rückverlegung Sinn macht? - Zur Struktur der Auenlandschaft und über das bestehende Naturschutzgebiet;
- Zu ökologischen Entwicklungsmöglichkeiten im Himmelgeister Rheinbogen.
Graphiken und Karten zu verschiedenen Sachverhalten, auf A2-Karton kopiert, unterstützten die mündlichen Erläuterungen, so dass auch komplexe Sachverhalte verständlich wurden, z.B. Deichverläufe, Hochwasserrisiko oder Flutrinnenstrukturen.
Gefragt und diskutiert wurde u.a. zur Auswirkung von Klimaveränderungen auf Hochwasserereignisse, zu Eigentumsverhältnissen im Rheinbogen, Bau- und Grundstückskosten, Abwägung von Allgemeinwohlbelangen, zur Bedeutung des Gebietes für die Naherholung, zur Auenentwicklung, zur Rolle von Politik und Behörden bei der Deichsanierung, Fragen zum weiteren Planungsverfahren, zu Möglichkeiten der Gegenwehr gegen die getroffene Entscheidung zur Sanierung auf der Deichlinie und generell zu Erfolgsaussichten politischen Engagements in heutigen Zeiten.
BUND Düsseldorf setzt sich ein für besseren Hochwasserschutz
Einige Teilnehmer waren überrascht, dass der BUND die beschlossenen Deichbauten im Ortbereich Himmelgeist (Abschnitte 1 und 2) voll und ganz unterstützt und die Verzögerungen durch Fehler im Vergabeverfahren kritisch sieht. Und ja, auch beim Streit um den Deichverlauf im dritten Abschnitt, im Himmelgeister Rheinbogen selbst, geht es dem BUND um eine Verbesserung des Hochwasserschutzes!
Hintergrund: Neue Planungsunterlagen für Sanierung des Deichs im Himmelgeister Rheinbogen erwartet
Die Kreisgruppe Düsseldorf des BUND hatte für Samstag, den 16. Mai 2026 den Fahrradausflug durch den Himmelgeister Rheinbogen angeboten. Anlass für dieses Veranstaltungsangebot ist die bevorstehende erneute Auseinandersetzung um die Deichsanierung. Stadt und Bezirksregierung haben angekündigt, dass sie die „geheilten“ Planungsunterlagen im zweiten Quartal 2026 veröffentlichen wollen. Mehr Info unter „Himmelgeister Deich aktuell“. Dort auch weitere Veranstaltungsangebote!