Moorreste im Eller Forst
(Foto: Birgit Höfer)
Alte Hausmülldeponie am Wanderparkplatz Eller Forst
Die Führung startete an der Mülldeponie, die von Mitte der 50er Jahre bis Anfang der 70er Jahre als Hausmülldeponie für ganz Düsseldorf in Betrieb war. Es gab eine große Zulieferstraße für den Müll und Förderbänder zur manuellen Sortierung des Mülls z. B. zur Trennung von Metall. Abgelagert wurde für heute Verhältnisse „guter Müll“, so Rösler, mit geringem Kunststoffanteil. Nach der Stilllegung der Deponie wurden ein bis zwei Meter Boden aufgebracht und bepflanzt. Der Baumaufwuchs darauf entwickelte sich eher mittelmäßig.
Aufforstungsmaßnahme an der Rothenbergstraße ohne schweres Gerät
Förster Rösler erläuterte die von der Straße aus gut sichbare Aufforstungsmaßnahme. Das Gelände habe man ausgesucht, weil dort außer einigen alten Pappeln, die teilweise bereits abgängig waren, nur Brombeeraufwuchs vorhanden war. Das Gelände wurde gerodet und Setzlinge unterschiedlicher Baumarten angepflanzt: Die Fläche liegt ca. 1 Meter über dem natürlichen moorigen Boden, so dass feuchtigkeitsverträgliche Pflanzen ausgewählt wurden: Schwarzerlen, Stieleichen, Hainbuche, Fatterulme und Elsbeere, eine früher im Niederwald gebräuchliche Baumart. Die Arten wurden in kleinen Gruppen angepflanzt, so machen sich die verschiedenen Arten weniger Konkurrenz. Es bestehen sehr gute Erfahrungen mit der Pflanzung junger Bäume in einer Höhe von nur 30 bis 50 cm, weil sich die Wurzeln besser entwickeln als bei größeren aus Baumschulen umgepflanzten Bäumen. Die Fläche wurde für die Rodung nicht mit schwerem Gerät befahren, sondern händisch mit Freischneidern freigeräumt, und es wird auch regelmäßig nachgearbeitet, damit der Brombeeraufwuchs nicht zurückkommt.
Ursprünglich ein Niedermoor
Natürlicherweise bestand im Eller Forst ein klassisches Niedermoor, das aus dem Grundwasser gespeist wird. Die Schwarzerle ist im nassen Bereich des Eller Forstes häufig vertreten. Sie kann ganzjährig im Wasser stehen, da sie dank Knöllchenbakterien eine Überschwemmung an den Wurzeln im Gegensatz zu anderen Baumarten verträgt. Wertvolle Reste des Niedermoors, die unter Naturschutz gestellt sind, befinden sich noch zwischen Rothenbergstraße und Rathelbeckstraße. Dort sind typische Arten wie die Moorbirke vorhanden. Es gibt dort zwei kleine Rundwege, die aber auch zurückgebaut werden sollen. Eine weitere Wiedervernässung in diesem Bereich wird derzeit noch geprüft und mögliche Auswirkungen auf die Grundwasserstände im Bereich der Bebauung.
Der Eller Forst ist heute in Teilen Naturschutzgebiet. Südlich des Kikweges wurden in den 80er Jahren Entwässerungsgräben verschlossen und die Waldbewirtschaftung fast vollständig eingestellt. Im 17. Jahrhundert wurde der Kikweg aufgeschüttet und die Gräben an beiden Seiten ausgehoben. Heimatkundler vermuten, dass die Gräben für kleine Kähne benutzt wurden, sie reichen bis zum Schloss Eller. Vielleicht wurde hier Baumaterial transportiert für den Schlossbau?
Waldumbau ist ein Generationenprojekt
Von Förster. Rösler war zu erfahren, dass im restlichen Teil des Eller Forstes Richtung Vennhausen das große Thema ein langfristiger Waldumbau ist in Richtung heimische Arten, die Klima und Feuchtigkeitsverhältnissen angepasst sind. Ein Teil des Gebietes nahe Vennhausen war noch in den 30er Jahren landwirtschaftlich genutzt und wurde danach mit der forstwirtschaftlich interessanten Roteiche bepflanzt. Luftbilder zum historischen Zustand findet man in Düsseldorf Maps maps.duesseldorf.de/luftbilder/. Förster Rösler berichtete, dass der Forstbetrieb der Stadt mittlerweile Bioland zertifiziert ist. Dafür ist bei nicht heimischen Arten nur 30% Naturverjüngung zugelassen, der Rest des Aufwuchses muss entfernt werden.
Aufforstungen wegen Eschentriebsterben
Weitere Aufforstungsmaßnahmen im Eller Forst sind in Bereichen zu sehen, in denen das Eschentriebsterben, eine Pilzkrankheit, ihren Tribut gefordert hat. Zudem ist der Bergahorn, der sich eigentlich überall verbreitet, von der Rußrindenkrankheit betroffen, die nach einigen Metern Aufwuchshöhe zum Absterben führt. Gesetzt wurden vor allem Stieleichen, teils aber auch Wildkirschen.
Plastik im Wald?
Die Teilnehmer wunderten sich über die „Plastikverpackung“ der jungen Bäume. Der Fachmann konnte beruhigen und zeigte das plastikähnliche Material aus der Nähe: Es besteht aus Pflanzenharz mit Sägespänen und verrottet im Wald, sobald der Stamm des jungen Baumes die Hülle sprengt.
Angesichts der derzeitigen Düsseldorfer Haushaltslage interessierten sich die Bürger auch für die finanzielle Ausstattung der Waldbewirtschaftung. Gelder aus dem Klimaschutz stehen derzeit ausreichend für Pflanzung und Pflege zur Verfügung. Schwierig beim Waldumbau ist oft die Akzeptanz von Fällungen, z. B. der überalterten und nicht standortgerechten Pappeln. Die Nachbesetzung von Stellen hingegen gestaltet sich zunehmend schwierig.
Waldumbau und vielfältige Natur im Eller Forst