BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Gelbe Wiesenraute ist Blume des Jahres 2027 – ein Plädoyer für lebendige Flussauen

24. Oktober 2026 | Auen, Biodiversität, Deichsanierung in Himmelgeist, Gewässerrenaturierung, Hochwasserschutz

Die Loki Schmidt Stiftung hat die Gelbe Wiesenraute zur „Blume des Jahres 2027“ gewählt. Die selten gewordene Wildpflanze steht stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum: naturnahe Flussauen, wie sie auch im Himmelgeister Deichbogen wieder entstehen könnten ...

Blume mit weißen Blüten Gelbe Wiesenraute, ein typisches Auengewächs  (Foto: CC-BY-SA-3.0-Ireen Trummer)

Eine selten gewordene Wildpflanze
Mit ihren zarten Blättern und leuchtend gelben Blütenrispen ist die Gelbe Wiesenraute (oder auch Sumpf-Greiskraut, botanischer Name: Thalictrum flavum) eine auffällige, sehr dekorative Pflanze, die man auf feuchten Wiesen und an Flussufern findet. Vielleicht ist sie euch in der Urdenbacher Kämpe schon einmal aufgefallen oder ihr findet sie beim geführten Herbstspaziergang durch die Kämpe. 

Sie ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse, wird bis zu 1,50 Meter hoch und blüht von Juni bis August. Leider wird ihr Lebensraum durch Flussbegradigungen, die Trockenlegung von Auen und sinkende Grundwasserstände  immer weiter eingeschränkt. In Deutschland steht die Gelbe Wiesenraute daher auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen.

Flussauen sind Hotspots der Biodiversität
Die Gelbe Wiesenraute steht stellvertretend für einen besonders artenreichen Lebensraum. Ihre Blüten liefern zwar keinen Nektar, aber reichlich Pollen, den unter anderem Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer nutzen. In naturnahen Flussauen finden zahlreiche Pflanzen und Tiere geeignete Bedingungen – von Libellen und Wildbienen bis zu Vögeln und kleinen Säugetieren. Nach Angaben der Loki Schmidt Stiftung lebt in Flussauen auf engem Raum etwa ein Drittel aller mitteleuropäischen Arten!

Flüssen wieder mehr Raum geben
Die Wahl zur Blume des Jahres 2027 ist daher auch ein Appell, Flüsse und ihre Auen als zusammenhängende Lebensräume zu schützen und wiederherzustellen. Dazu gehören die Renaturierung begradigter Flussabschnitte, die Wiederanbindung ehemaliger Überschwemmungsflächen und die Wiedervernässung geeigneter Standorte.

Intakte Auen leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Hochwasserschutz. Sie können bei Hochwasser Wasser aufnehmen und zurückhalten, den Abfluss bremsen und zur Grundwasserneubildung beitragen. Feuchte, torfbildende Böden speichern zudem Kohlenstoff. Ihr Schutz verbindet damit Artenvielfalt, Wasserschutz und Klimaschutz.

Und es funktioniert
Wie wirksam solche Maßnahmen sein können, zeigt das prominente Beispiel an der Elbe bei Lenzen in Brandenburg: Durch eine Deichrückverlegung wurden rund 420 Hektar Aue wieder an den Fluss angeschlossen. Nach Angaben der Loki Schmidt Stiftung konnte dadurch bei späteren Hochwasserereignissen der Hochwasserscheitel um bis zu 45 Zentimeter gesenkt werden. Zugleich entstand wieder Lebensraum für gefährdete Arten.

Aber auch bei uns haben wir mit dem renaturierten Altrheinarm in der Urdenbacher Kämpe ein solches positives Beispiel vor der Haustüre. Auch hier ist die gelbe Wiesenraute wieder zu finden.

Der Himmelgeister Rheinbogen könnte das nächste Beispiel sein
Für den BUND ist klar: Artenschutz kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn auch die Lebensräume erhalten bleiben. Naturnahe Flüsse und Auen sind keine ungenutzten Flächen, sondern unverzichtbare Bestandteile einer vielfältigen und widerstandsfähigen Landschaft.

Neben dem Erhalt der Artenvielfalt bilden sie mit ihrem natürlichen Wasserrückhaltepotenzial auch das Rückgrat des natürlichen Hochwasserschutzes. Deshalb setzen wir uns aktiv für die Rückverlegung des Himmelgeister Deichs ein und arbeiten aktuell an einer Stellungnahme zu den Offenlegungsunterlagen der Stadt. Auch ihr könnt euch auf verschiedene Weise beteiligen. Hinweise und Informationen dazu findet ihr auf unserer Deichseite und in den verlinkten Meldungen.

Hintergrund
Die Loki Schmidt Stiftung mit Sitz in Hamburg setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz bedrohter Pflanzen und Tiere sowie ihrer Lebensräume ein. Sie kauft und entwickelt Naturflächen, pflegt wertvolle Biotope und vermittelt Wissen über die biologische Vielfalt. Mit Bildungsangeboten möchte sie Menschen für die Natur begeistern und zum eigenen Engagement anregen.

Die Aktion „Blume des Jahres“ wurde von Loki Schmidt 1980 ins Leben gerufen. Jedes Jahr rückt die Stiftung damit eine Wildpflanze und den Lebensraum, für den sie steht, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Gelbe Wiesenraute ist die 48. ausgezeichnete Blume.

Gelbe Wiesenraute und Ihre Verbreitung 2025 in Deutschland:

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