Pflegeaktion: Am Sandberg in Hilden im Januar 2026
(Foto: Klaus Kurtz)
Einsatzort des Pflegeeinsatzes war das Naturschutzgebiet Sandberg in Hilden, eine 10 Hektar große Heidelandschaft, die ohne Pflege zu verbuschen droht. Zu entnehmen waren vor allem Birkenschösslinge und Brombeeren, um die Landschaft frei zu halten für spezifische Heidepflanzen und dort heimische Tiere. Von 10.00 bis etwa 14.00 Uhr sammelten die Freiwilligen, darunter auch der Sprecher der BUND-Kreisgruppe Düsseldorf, Klaus Kurtz, die vorher schon geschnittenen Schösslinge ein und luden sie auf einen Anhänger zum Abtransport.
Naturschutzgebiet Sandberg
Auf dem Gipfel des Sandbergs, nördlich der B7 an der Ostgrenze Düsseldorfs gelegen, befindet sich mit 164,7 Metern über dem Normal Null der höchste Punkt der Stadt. Die hier ehemals vorhandenen mehrere hundert Hektar großen Heideflächen sind nach dem zweiten Weltkrieg durch Aufforstung und mangels Beweidung auf eine Fläche von etwa 12 Hektar geschrumpft. Dennoch stellen diese Flächen immer noch die größten Heideflächen des Kreises Mettmann dar. Das NSG Sandberg ist eine Kuppe, deren Hänge mit ausgedehnten Besenheide-Beständen bewachsen sind. In ihrer Ausdehnung und Ausprägung sind diese Bestände einzigartig im Kreis Mettmann.
Schützenswerte Biodiversität
Im Umfeld des Sandbergs treffen extrem trockene und extrem nasse Bereiche aufeinander. Am Kopf des Sandbergs nutzen zahlreiche Zauneidechsen die süd- bis westausgerichteten Heidehänge zum Sonnenbad. Seltene Heuschrecken wie die Kleine Keulenschrecke oder die Blauflüglige Ödlandschrecke sind hier ebenso beheimatet wie zahlreiche seltene Sandbienen und Sandlaufkäfer. Die Heidenelke hat hier eines ihrer letzten Vorkommen in der Region. Zu Füßen des Sandbergs treten dann Grundwasserströme aus dem Bergischen Land nahe an die Oberfläche. In den Senken haben sich Feuchtheiden und Heidemoore ausgebildet. Diese sind Lebensraum für Arten wie Gagelstrauch, Moorlilie, Glockenheide, Sonnentau und Schnabelried. Im Umfeld der Feuchtheiden sich noch größere Erlen- und Moorbirkenbruchwälder vorhanden.
Geologische Entstehung
Auf dem Sandberg finden sich die gelben Grafenberger Sande wieder, die in und um Düsseldorf verbreitet sind. Die Schichten sind durchsetzt von fossilen Muschel- und Schneckenarten. Und tatsächlich war Düsseldorf vor gut 40 Millionen Jahren von einem Meer bedeckt. Der Vorläufer der Nordsee hinterließ mit den Sanden somit seine Spuren in und um Düsseldorf. Auch älteste Rheinablagerungen in Form von Kieseln bedecken den Waldboden.
Entwicklungsziele für das NSG
Die gebietsbetreuende Biologische Station Haus Bürgel kümmert sich gemeinsam mit dem Kreis Mettmann und der Stadt Hilden um den Erhalt der Heideflächen. Hauptentwicklungsziel ist die Freistellung des Sandbergs durch Entbuschung und Entnahme von Einzelbäumen sowie Beweidung durch eine Hüteschafherde. So weidet zum Beispiel im Sommer rund um den Sandberg eine Schafherde aus Moorschnucken um die Heideflächen zu pflegen. Maßnahmen zur Besucherlenkung sollen die starken Trittschäden begrenzen.
Biotopverbund
Der Sandberg ist eine von mehreren NSG-Teilflächen im Hildener Stadtwald zwischen Hilden und Haan mit Moor- und Bruchwäldern, feuchten Eichen- und Birkenwäldern, naturnahen Sandbächen, Feuchtheiderelikten und Trockenheide sowie Feuchtwiesen. Es bildet mit der Ohligser Heide und dem Further Moor einen Biotopverbund auf der Bergischen Heideterrasse, die sich bis zur Wahner Heide erstreckt. Daher gehört das FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) zum natura-2000 Biotopnetz.
(zusammengestellt aus verschiedenen Quellen wie Webseite der Stadt Düsseldorf, Wikipedia, Rheinische Post, ergänzt mit eigenen Formulierungen)
Hier noch ein paar Fotos vom Pflegeeinsatz Am Sandberg