"Es brennt" - Menschenkette am 03. Oktober in Düsseldorf
(Foto:Birgit Höfer)
Am 3. Oktober hieß es auch in Düsseldorf: „Es brennt“.
Rund 300 Menschen kamen am Tag der Deutschen Einheit zusammen, um gemeinsam ein Zeichen für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen, für Demokratie und für Frieden zu setzen. Die bundesweite Aktion „Es brennt“ fand an vielen Orten in Deutschland statt. Im Mittelpunkt standen die Folgen der Klimakrise – Hitzerekorde, Flächenbrände und Wasserkrisen, wie gerade vor Ort am Rhein und im Hafen zu besichtigen (s. Fotos unten) – aber auch die zunehmenden Herausforderungen für Demokratie und Frieden. Zugleich sollte der vielen Menschen gedacht werden, die durch Krieg und die Folgen extremer Hitze ihr Leben verloren haben.
Düsseldorfer Umwelt-Themen bekommen eine Stimme
Um 11 Uhr trafen die ersten Teilnehmer*innen der BUND-Kreisgruppe ein. Nach und nach kamen dann weitere Teilnehmer dazu. Dabei waren auch Extiction Rebellion, SoLaWi, die Mobilitätswende und NABU.
Eine Initiatorin von Psychologists for Future informierte die Anwesenden über den Ablauf und die Ziele der Aktion. Um 12 Uhr sollte die Menschenkette stehen – vom Landtag bis zum Wirtschaftsministerium am Mannesmannufer. Für eine möglichst lange Kette hatte sie vorsorglich sogar Schals mitgebracht, die als Verbindung zwischen den einzelnen Menschen dienen konnten.
Auch die anderen Organisationen hatten die Gelegenheit ihre Schwerpunkte kurz vorzustellen. Extinction Rebellion rückte die zunehmende Erwärmung der Meere und ihre Folgen für das Klima in den Mittelpunkt. Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) warb für Unterstützung für eine regionale und gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft.
Uns vom BUND ging es um ein Thema, das Düsseldorf ganz aktuell betrifft: den Hochwasserschutz und die geplante Rückverlegung des Himmelgeister Deiches. Wir nutzten die Gelegenheit, auf die Bedeutung eines zukunftsfähigen Hochwasserschutzes und die damit verbundenen Konflikte aufmerksam zu machen. Und auch sonst waren wir gut vorbereitet: unsere Forderungs- und Moorschutz-Flyer wurden verteilt und unsere Banner zu verschiedenen Umwelt- und Naturschutzthemen wurden zu Bausteinen der Kette. Sie machten auch optisch deutlich, wofür wir uns vor Ort besonders einsetzen.
Von der Landtagswiese bis zum Mannesmannufer
Dann war es soweit: Um 12 Uhr stand die Menschenkette. Rund 300 Menschen reihten sich entlang des Rheinufers auf und verbanden symbolisch den Landtag mit dem Wirtschaftsministerium. Für zehn Minuten wurde es ganz still. Gemeinsam standen die Teilnehmer*innen schweigend da und gedachten der Menschen, die durch Kriege und die Folgen der Klimakrise ihr Leben verloren haben.
Weiße Blätter – und viele persönliche Forderungen
Nach der Schweigeminute verteilte die Organisatorin weiße Blätter. Zunächst hielten alle die weißen Blätter gemeinsam in die Höhe – ein eindrucksvolles Bild entlang des Rheinufers.
Anschließend wurde aus dem weißen Blatt ein ganz persönlicher Appell: Jede und jeder konnte darauf schreiben, was von der Politik in Berlin gefordert wird. Was muss sich ändern? Was darf nicht länger aufgeschoben werden? Welche Themen sind den Menschen besonders wichtig?
Die beschriebenen Blätter wurden anschließend eingesammelt. Die Organisator*innen wollen die Forderungen nach Berlin weiterleiten.
So endete die Aktion nicht einfach mit dem Auflösen der Menschenkette. Die vielen weißen Blätter nahmen die Stimmen der Teilnehmer*innen mit auf den Weg – als persönliche Botschaften und Forderungen an die Politik.
Ein paar Eindrücke von der Demonstration und dem Niedrigwasser im Hafen (Fotos von Birgit Höfer, Stephanie Schauhoff und Hubertus Mühle):