Karte Deichrückverlegung Lenzener Elbtalaue
(Foto: Birgit Höfer)
Schon auf der Anreise Natur erleben – wie am besten? Na, mit dem Fahrrad. Gesagt, getan, Anreise mit dem Zug bis Stendal, Rückreise ab Dannenberg über Lüneburg. Der restliche Weg mit dem Rad.
Querung des Flusses Elbe ist hier auch Querung der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Brücken sind selten, also bleibt nur die Fährüberfahrt nach Havelberg, wegen Zugausfall schon im Dunkeln, umgeben vom lauten Geschrei der Wasservögel. Mystische Einstimmung.
Am nächsten Tag geht es linkselbisch per Rad fast durchgehend auf dem Deich, mit – im Vergleich zum Rheinland - Blick auf weites Deichvorland mit vielen Flutrinnen, stillen Buhnen, in denen Schilf wächst, uralten Bäumen vor und hinter dem Deich. Die Berufsschifffahrt lässt sich an dem Tag an einer Hand abzählen.
Das Deichrückverlegungsprojekt in der Lenzener Elbtalaue kommt in Sicht. Der kleinere alte Deich mit Schlitzungen ist gut vom höheren und breiteren rückverlegten Deich zu unterscheiden. Ca. 420 ha neue Überflutungsaue mit fast 50 cm Senkung des Hochwasserspiegels sind hier entstanden. Eine Exkursion mit Erläuterungen zur Ausbaggerung der Flutrinne, Erfolgen und Mißerfolgen bei der Anlage von neuem Auwald und hydraulischen Planungsüberlegungen wird es am Abschluss der Naturschutztage geben. Mehr...
Nachmittags treffen zahlreiche Flugformationen verschiedener Gänsearten in Scharen ein, am Elbeufer wimmelt es von Graugänsen. Der Rastplatz beim Zug in den Süden liegt gegenüber dem Naturschutzgebiet Hohe Garbe, bei dem seltene alte Hartholzauen ebenfalls wieder an die Überflutungsdynamik angeschlossen wurden.
Die erste Exkursion der Naturschutztage führt ans Rambower Moor zur Beobachtung des Kranicheinflugs vor Sonnenuntergang. Die Moorsenke über einem großen Salzstock, der bis Gorleben reicht, liegt auf einer Zugroute der Kraniche. Schwärme von Staren sind die Vorboten, dann kommen mit lautem Trompeten die Kranichformationen, immer mehr, kreisen über dem Moor, bis sie sich zur Rast niederlassen. Etwa 1500 werden es gewesen sein, schätzt unser Führer. Spektakulär!
So eingestimmt, verbringt man angeregt einen Tag mit Fragerunden an Landesminister, einfühlsamen Erzählungen zur emotionalen Verbindung zum Moor und diskutiert über wirksame Beteiligung, Kooperation und Kommunikation, um Projekte für Moore, Wälder und Auen voranzubringen. Das Tagungszentrum Burg Lenzen mit verwunschenem Schloßpark und neu konzipierter informativer Ausstellung im mächtigen Burgturm aus dem 12. Jahrhundert runden zusammen mit dem Networking im Teilnehmerkreis aus unterschiedlichen BUND-Ebenen und Fachperspektiven gelungene Naturschutztage ab.
Naturnahe Flußlandschaft inspiriert Workshoparbeit