BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Die Kunststoffmesse K´26 öffnet ihre Tore und feiert sich als Motor für Innovation und Kreislaufwirtschaft

07. Oktober 2025 | Abfallvermeidung, Umweltgifte

Unter dem Stichwort „Design for Recycling“ werden neue Materialien auf der Messe vorgestellt. Aber: nur mit einer strikten Gesetzgebung kann es in Richtung Kreislaufwirtschaft vorangehen. Der BUND fordert: Kunststoffeinsatz beschränken, Herstellerverantwortung für das Recycling u.v.m...

Plastikflaschen am Meer Plastikmüll am Strand  (Bild: Pixabay.com)

Vom 8.–15. Oktober werden wieder an die 180.000 Besucher aus der ganzen Welt durch Düsseldorf zur Kunststoffmesse K´26 mit ca. 3.000 Ausstellern aus etwa 60 Ländern strömen. Laut Veranstalter wird hier die Zukunft der Kunststoffindustrie gestaltet, treffen Innovationen auf globale Entscheider und findet ein Austausch über zirkuläres Design, Closed-Loop-Ansätze und die Zukunft hochwertiger Rezyklate statt.

Schöne "Hochglanzaussagen", die aber leider nichts daran ändern, dass immer noch viel zu viel unnötige Plastikprodukte und vor allem Plastikverpackungen produziert werden, die am Ende in der Umwelt landen und großen Schaden anrichten. Und beim Recycling tut sich immer noch viel zu wenig.

Der BUND veröffentlicht aus diesem Anlass heute seine neue Hintergrund-Veröffentlichung „Plastik – Radikales Umdenken nötig“. Darin stellt der BUND umfassend den neuesten Wissensstand zum Thema Plastik dar. Neben den weitreichenden negativen Auswirkungen werden auch Ansatzpunkte und Forderungen für einen nachhaltigeren Umgang mit Plastik aufgezeigt – für eine Zukunft mit weniger, aber besserem Plastik.

Der BUND fordert:

  • ein radikales Umdenken beim Thema Plastik
  • ein nachhaltiges Stoffstrommanagement von Kunststoffen
  • eine konsequente Politik, die den Einsatz von Kunststoffen in kurzlebigen potenziell umweltoffenen Anwendungen beschränkt
  • ein globales Plastikabkommen, das ehrgeizige, rechtsverbindliche Ziele zur Senkung der Plastikherstellung beinhaltet
  • sowie Förderung von Forschung und Bildung

Stand des Kunststoffrecyclings in Deutschland
2023 wurden laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. zwar 99% der Abfallkunststoffe wiederverwertet, davon aber ca. 64% thermisch verwertet, sprich verbrannt mit Rückgewinnung thermischer Energie, aber nur 35% wurden stofflich recycliert, d.h. wieder zu neuen Kunststoffprodukten verarbeitet.

Und nur 0,4% wurden chemisch recycliert, d.h. wieder in die Rohstoffe zerlegt. Das chemische Recycling ist aufgrund des Energiebedarfs und des technischen Aufwands bisher noch zu teuer, stellt aber ein großes Potential für die Zukunft dar.

Am besten funktioniert das stoffliche Recycling bisher bei PET-Flaschen, weil sich diese gut sortenrein sammeln lassen. Hier beträgt die Recyclingquote 98%. In neuen Flaschen ist eine Recyclatanteil von 25% gesetzlich vorgeschrieben, ab 2030 werden 30% gefordert. Dies führt dazu, dass das Recyclat zeitweise sogar knapp und damit teurer ist als das Neumaterial. 

Dies Beispiel zeigt, wie es gehen kann. Aber klar ist auch, das Thema ist komplex und nur für wenige Kunststoffe lässt es sich so einfach realisieren. Umso dringender sind klare und verläßliche gesetzliche Vorgaben, damit die Entwicklungen der Industrie in die richtige Richtung laufen, die Kunststoffproduktion reduziert, die Produktion von unnötigen Produkten vermieden wird und eine nachhaltige Kunststoffkreislaufwirtschaft aufgebaut werden kann. Und dabei müssen auch weltweit andere Länder unterstützt werden.

Zur Pressemitteilung des BUND Deutschland geht´s -> hier.

 

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