BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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BUND formuliert Schwerpunkte für die Neuaufstellung des Nahverkehrsplanes

10. Oktober 2026

Wir bringen uns mit Anregungen aktiv in den Dialog der Stadtverwaltung mit den Interessenvertretern ein. Kapazitätsausbau, Angebote für die Pendler und Barrierefreiheit gehören zu den Top-Themen, um den ÖPNV attraktiver zu machen und Düsseldorf vom Autoverkehr zu entlasten und CO2 einzusparen ...

Flyer zur Bürgerbeteiligung Nahverkehrsplan 2026  (Landeshauptstadt Düsseldorf)

ÖPNV-Liniennetz
Nur ein leistungsstarker ÖPNV kann Kunden gewinnen. Der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV ist essentiell für die Entlastung Düsseldorfs von Emissionen und ein wesentlicher Beitrag zur geplanten Klimaneutralität 2035, sowie für die Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort.

Die Kapazitätsausweitung des ÖPNV sehen wir daher als extrem wichtig an. Als Prioritäten heben wir hervor:

• Die Brücken sind in Düsseldorf Nadelöhre. Wenn der ÖPNV hier leistungsstark und schnell auf eigener Trasse unterwegs ist (während Autofahrer im Stau stehen) ist das ein attraktives Angebot und ein Anreiz zum Umstieg auf den Umweltverbund. Die K.-Frings-Brücke (Südbrücke) und die Theodor-Heuss-Brücke dürfen nicht ohne Schienen-Trassen gebaut werden, hier müssen Lösungen gefunden werden z.B.einspurige Autospuren für jede Fahrtrichtung. Der NVP-Plan muss das Ziel haben, den ÖPNV-Anteil zu erhöhen am Modal Split (von 2018 bis 2023 ist derAnteil an den Wegen im Gegenteil von 21 auf 18% gesunken). Düsseldorf braucht hier klare Festlegung von Modal-Split-Zielvorgaben, die regelmäßig evaluiert werden. (Paris hat es geschafft innerhalb von 10 Jahren den MIV-Anteil auf 4,5 % zu senken)

• Zusätzliche direkte Schnellbuslinien in Städte im Umland wie Solingen, Willich sind dringend erforderlich zur Umlenkung von Pendlerströmen auf den ÖPNV. Die Pendelverbindungen mit Umstieg und somit Anschlussrisiko sind z. B. nach unseren Gesprächen mit Studierenden der Hauptgrund für die Nutzung des Autos. Wir regen an, hier den Ansatz zu nutzten, der bei der Angebotsausweitung für SB 57 nach Langenfeld genutzt wurde mit einem 2-jährigen Probebetrieb und nachfolgender Evaluation.

• Gemäß Online Beteiligung zum ÖPNV wünschen sich die Bürger zahlreiche Verlängerungen von Stadtbahnlinien. Auch hier ist der probeweise Einsatz von Bussen auf den gewünschten Linien der beste Test des Bedarfes.

• Ein Plan für das angestrebte Gesamtnetz mit den strategischen Hubs innerstädtisch und für den Umstieg ins Umland muss im SUMP (Sustainable Urban Mobility Plan) beschlossen werden. Ziel muss es sein, dadurch Planungsressourcen einzusparen für Variantenprüfungen, die nicht zum Gesamtkonzept passen. 

Das Liniennetz muss zudem verkehrssicherer werden, die bekannten Unfall-Schwerpunkte müssen durch bauliche Maßnahmen (eigene Trassen) geändert werden.

ÖPNV-Fahrtenangebot (Taktung, Bedienzeiten)
Um die Attraktivität des ÖPNV-Fahrtenangebotes zu erhöhen, muss strategisch die nächste Stufe nach den im Rheintakt eingeführten Verbesserungen in diesem Nahverkehrsplan verankert werden. Wir halten sowohl eine Erhöhung der Taktung als auch der Bedienzeiten für erforderlich. Die Bedienzeiten müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter und -Innen der Frühschichten (z.B.in Krankenhäusern, gerne in den Medien zitiertes Beispiel),aus dem Netzbereich der Rheinbahn pünktlich ihren Arbeitszeitbeginn erreichen. Das Gleiche gilt für Rückfahrten der Spätschichten bis 22.00h

• Ziel muss auf den Hauptlinien im innerstädtischen Bereich eine 5 Minuten Taktung sein. Mindestens in den Kernzeiten von morgens 07.00 bis 09.00h und von 16.00 bis 19.00h

• Eine 10 Minuten-Taktung in den Restzeiten von 05.30 bis 07.00 und nach 19.00 bis 22.00h. Davor und danach 15 oder 20 minütige-Taktung.

Maßnahmen zur Erhöhung der Pünktlichkeit: Dass eine 5 Minuten-Taktung absolute Pünktlichkeit voraussetzt, ist uns bewusst.

• Hier müssen vor allem Maßnahmen zum zügigen Ein-und Ausstieg erfolgen (Beispiel Metro Paris, z. B. Markierungen für Haltepunkt von Türen, für Wartebereiche, die den Ausstieg nicht behindern, Ordner, konsequentes Schließen der Türen nach Warnton ….)

• Das Projekt Vorrangschaltung wurde mit einem Ausbaugrad von 80% für beendet erklärt. Der Ausbau auf 100 %ige Vorrangschaltung für den ÖPNV muss fortgesetzt werden. Zudem muss die Vorrangschaltung auch konsequent eingesetzt werden, das ist nach Bürgerrückmeldungen nicht der Fall.

• Auch bauliche Veränderungen der Verkehrsführung vor Kreuzungen müssen durchgeführt werden, so dass die Bahnen und Busse nicht mit den Autos vor den Ampelanlagen im Stau stehen( Stichwort: Markierte eigene Trassen)

Mit Tempo 30 planen an lärmbelasteten Straßen
Bei gemäß Lärmaktionsplänen (Abschnitte aus LAP II bzw. Masterplan 2, „grün“ und aus LAP III, „gelb“) zu sehr lärmbelasteten Straßen wird Tempo 30 nach Auskunft des Amtes für Verkehrsmanagement derzeit nicht umgesetzt - wegen Problematik bei Verzögerungen im ÖPNV. Beispielhaft wurden genannt: Benrather Schlossallee, Heyestrasse, Kalkumer Strasse, Kölner Landstrasse, Ulmenstrasse.

Bei der Neu-Justierung von Fahrplänen ist in diesen und weiteren lärmbelasteten Bereichen gemäß Anlage 1 zum LAP IV so zu planen, dass T 30 eingeführt werden kann und somit Tausende Bürger von gesundheitsschädlichem Lärm entlastet werden.
Ein zusätzlicher Vorteil: Auch in der Nahverkehrsplanung hat die Stadt Verantwortung für die Erreichung des Ziels Vision Zero. Tempo 30 rettet Leben.

ÖPNV-Haltestellen und Umsteigepunkte
Die Barrierefreiheit muss sehr hohe Priorität erhalten, hier ist Düsseldorf wie bekannt zeitlich schon lange im Verzug.

• Die bekannten Umsetzungen (bis 2040 für einige Stadtteile) aus dem Umsetzungsprogramm barrierefreie Schiene („nach 2030“ OVA-Vorlage vom 24.6.2026) sind nicht akzeptabel. Außerdem sind nicht alle Haltestellen enthalten, die umgebaut werden müssen, sondern nur 40, an denen schon geplant oder gebaut wird.

• Um den Ausbau schneller abschließen zu können, sind die Abläufe beim Bau effizienter zu planen, vollständige Liniensperrungen für kurze Zeit statt Bau immer an einzelnen Haltestellen (wie im Straßenbau in Düsseldorf mittlerweile praktiziert). Die vorhandenen Ressourcen an eigenem Personal und Fremdfirmen sind mit hoher Priorität für den ÖPNV-Ausbau einzusetzen.

• Ein Gesamtplan auf optimierter Planungsbasis ist nötig, in Listenform und in Kartendarstellung zum Umsetzungsstand bzw. Zielterminen, gerechte Berücksichtigung aller Stadtteile, Beschluss im Rat. Eine regelmäßige Fortschrittsberichterstattung an den OVA ist vorzusehen. Der Plan ist für die Öffentlichkeit zu publizieren und in Düsseldorf Maps zu veröffentlichen.

Intermodale Verknüpfungspunkte / Mobilstationen
• In Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen müssen Umsteigepunkte mit Ladepunkten für E-Autos geplant und umgesetzt werden. Die Umsteigepunkte müssen möglichst nahe am Heimatort liegen. Ziel muss es sein, den MIV in der Stadt Düsseldorf zu reduzieren, da die vorhandenen Verkehrsflächen (Straßen und Parkplätze) nicht mehr erweitert werden dürfen, sondern zukünftig anders aufgeteilt werden müssen. Hier muss der Klimaveränderung und deren Folgen entsprechend gehandelt werden.

• Für Fahrräder erhöht die Anschnallmöglichkeit die Sicherheit und die Attraktivität des ÖPNV z. B. auf der letzten Meile.

Fahrzeuge im ÖPNV (innen / außen) 
• Bei einigen Bahnen und Bussen sollte die Anzahl der Sitzplätze zu Gunsten der Stehplätze reduziert werden. Da sehr viele Nutzer*innen nur kurze Streckenabschnitte nutzen, ist das zumutbar. Das beschleunigt die Ein-und Ausstiegszeiten. Auf längeren Strecken z.B. ab Neuss, Duisburg usw. müssten somit Züge mit anderen Innenausstattungen eingesetzt werden.

• Zur Verkehrssicherheit sollten die Fahrzeuge außen mit einem nachts reflektierenden Band in Signalfarben versehen werden.

• Halterungen zur Befestigung von Trolleys, Fahrrädern etc. Die Möglichkeit, schwere Gepäckstücke (gedacht nicht nur an Koffer, sondern auch an Einkaufstrolleys oder Sackkarrren) zu sichern, macht deren Transport nicht nur für alle Fahrgäste sicherer; es ist auch ein Beitrag zur Barrierefreiheit und zur Verlagerung vonFahrten vom Auto auf den ÖPNV. Denn ein häufig angegebener Grund fürs Auto ist, man habe etwas mehr zu transportieren …

Fahrgastinformation
Das Informations-System muss den Stand der möglichen Technik angepasst werden und dadurch die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit verbessert werden.

Gibt es im Rahmen Ihrer Tätigkeit Untersuchungen, Konzepte oder Planungen, die für die Aktualisierung des Düsseldorfer Nahverkehrsplans von Interesse sein können und die Sie uns zur Verfügung stellen können (gerne als Anhang mitsenden)? 
Fehlanzeige

Haben Sie weitere Punkte, die Sie uns mitgeben möchten?
Düsseldorf muss sich über den Städte-und Gemeindenbund auf Landes- und Bundesebene, durch verschiedene Maßnahmen, wie z.B. City-Maut;verpflichtendes Jobticket, Mobilität-Pass (siehe BW, Pflichtabgabe für alle Einwohner oder für KFZ-Halter mit Gegenleistung ÖPNV-Ticket) für eine sichere Finanzierung der ÖPNV-Kosten. Wir brauchen Mut zur Veränderung, denn eine nachhaltige, zuverlässige Mobilität steht für die Bürger und Bürgerinnen auf Platz 1 ihrer Prioritätenliste.

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