BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Biodiversität - Erkundung am Lohauser Deich

31. Mai 2026 | Auen, Biodiversität, Flüsse & Gewässer, Naturschutz, Mit uns aktiv

In zwei abwechslungsreichen Stunden gingen den Teilnehmern die Augen auf, wieviel unterschiedliche Pflanzengesellschaften und Standorte am Lohauser Deich auf wenigen Metern Spaziergang zu erleben sind. Mit fachkundiger Führung durch Rüdiger und Ursula Scherwaß verging die Zeit wie im Fluge …

Führung in der Aue am Rhein in Lohausen  (Klaus Kurtz)

Rüdiger Scherwaß stellte sich als Biologe und Pflanzensoziologe vor. So waren wir direkt beim Thema der Pflanzengesellschaften, die sich je nach Standortbedingungen einstellen. Einige davon sind besonders geschützt als Teil von Lebensraumtypen nach EU-FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat). Darunter fallen auch Pflanzengesellschaften auf mageren oder halbmageren Standorten (so genannt im Unterschied zu gut gedüngten “fetten” Standorten).

Ein besonders wertvoller, noch teils in Blüte stehender Halbtrockenrasen war zu bewundern in der Einzäunung der Trinkwassergewinnungsanlage, ein paar Meter vom Trinkbrunnen des Wasserwerks Am Staad entfernt, wo die Führung begann: Hopfenklee-Flaumhafer-Gesellschaft - gelb blühender Hopfenklee, lila Tupfen der Skabiosen-Flockenblume, und dazwischen weiße Margariten und zartes weißes Labkraut, ein herrlicher Anblick! Diese Fläche ist auch als FFH-Lebensraumtyp 6210 geschützt (naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien) und zieht zahlreiche Insektenarten an, darunter viele Wildbienen.

Die Führung war angekündigt als “vom Nassen ins Trockene”. Es ging umgekehrt vom Trockenen den Abhang hinunter zum Nassen. Kaum wurde das Gelände steiler, so dass Sonneneinfall und Feuchtigkeitsverhältnisse sich ändern, dominierten Gräser. Die Teilnehmer bekamen immer wieder etwas zum Riechen oder Tasten in die Hand, um Unterschiede zwischen den Gräsern auch sinnlich wahrnehmen zu können. Hierzu zählten u. a. das Ruchgras mit seinem angenehmen Geruch, das weich behaarte Wollige Honiggras und der für Wiesen typische Wiesen-Glatthafer.

Auch der Wegesrand zieht bestimmte Pflanzengesellschaften an, z. B. den Breitwegerich, der bemerkenswert trittfest ist. Ursula Scherwaß wusste zu berichten, dass er als Pflaster nutzbar ist. Auch zu vielen anderen Pflanzen erfuhren die Teilnehmer von der Nutzung in der Heilkunde oder im Alltag. Im unteren Bereich der Aue wechseln Brennesselfluren und Brombeergestrüpp, aber auch Grünlandarten wie der Wiesen-Bärenklau und die Wiesen-Schafgarbe. All das bildet einen dichten Teppich, der zeitweisen Überflutungen offensichtlich gut standhält und wenig Baumbewuchs aufkommen lässt.

Der Rundgang erreicht die ersten vereinzelten Bäume: Silberweide als Charakterart der häufig überfluteten Weichholzaue, auch Pappeln und Eschen als Arten der höher gelegenen Hartholzaue. Nun sehen wir Seggenbestände und lernen, dass die Bestimmung der genauen Art eine Herausforderung ist. Schilfbestände liegen teilweise im Bereich von Flutmulden, teilweise erhalten sie die Feuchtigkeit anscheinend aus dem Hang. Ganz abwechslungsreich wird es unten am Ufer im Buhnenbereich. Durch den relativ niedrigen Wasserstand sind trocken gefallene Bereiche frei von Pflanzenbewuchs, etwas höhere Kiesbänke und Uferbereiche von niedrigen Pflanzen bewachsen, die zeitweiser Überströmung gut widerstehen und kleine Inseln im sandigen Bereich des Ufers bilden. Bei Hochwasser werden solche Bereiche umgelagert und die Besiedelung erfolgt wieder neu. Auffällig ist ein breites Band aus Muschelschalen, asiatische Körbchenmuschel, eine invasive Art.

Das Rheinufer ist ein Eldorado für Botaniker. Auf kleinem Raum finden sich vielfältige Nischen für unterschiedlichste Habitate. Dabei spielt der Transport von Arten entlang des Flusses, sei es im Wasser, durch durchwandernde Tiere oder auch Schiffe eine Rolle, aber auch das Überflutungsgeschehen. Die Aue, die hier ehemals bis Gerresheim im Osten und bis hinter Mönchengladbach im Westen reichte, ist durch die Eindeichung auf einen engen Streifen zusammengedrängt. Die vielfach vorgenommene Begradigung des Rheins führte zu schnellerem Wasserabfluss und nachfolgender Eintiefung. Das Geländeprofil zwischen Deich und Flussufer ist nun viel steiler als früher ausgeprägt. Es fehlen weite Stillwasserbereiche, aus denen sich das Wasser nach dem Hochwasser nur langsam zurückzieht. Flutrinnenreste sind auf den Hochwassergefahrenkarten des Lohausener Deichvorlandes nur noch teilweise deutlich zu erkennen. Trotzdem schafft der Wechsel von kiesigen, schlammigen, grasbewachsenen, krautigen Flächen und einzelnen Auwaldbäumen ein abwechslungsreiches Mosaik.

Wir kommen sicher wieder, um unser Wissen zu erweitern und zu festigen!

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Unterwegs in der Aue am Lohauser Deich Ende Mai 2026

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