Prototyp "Pflanzbrunnen" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Am Samstag den 10. Oktober fand die offizielle Vorstellung der Entwürfe des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten" in den Räumen des sogenannten Freibad am Worringer Platz statt.
„… es wäre schön, wenn die Stadt alle diese fünf tollen Entwürfe umsetzen würde …“, so die Initiatorin des Projektes Sabine Wenkums. Sie hatte die Gelder für ihre Idee eines Trinkbrunnens für Mensch, Tier und Insekten bei der Stiftung Nachhaltigkeit der Stadtsparkasse Düsseldorf beantragt und bewilligt bekommen. Für die Realisierung des Projektes konnte sie die Professoren Uli Budde (Fachgebiet: New craft object design) und Martin Pfeiffle (Fachgebiet: Kommunikationsdesign) von der Hochschule Düsseldorf gewinnen.
Im Laufe des Sommersemesters konnte das Projekt dann an der Hochschule realisiert werden. Sabine Wenkums hat regelmäßig an den Seminaren teilgenommen und die Arbeit der Studenten eng begleitet und unterstützt. „… Ich bin sehr beeindruckt von dem Engagement, der Kreativität und dem Einsatz der Studenten für das Projekt. Sie haben teilweise bis abends spät und auch an den Wochenenden an ihren Ideen gefeilt und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen…“ ist Sabine Wenkums überzeugt.
Die Aufgabe war neue Trinkbrunnen zu entwerfen, die in der Sommerhitze nicht nur Menschen Wasser spenden, sondern auch Tieren und Insekten Trinkmöglichkeiten bieten. Auch eine gute Zugänglichkeit für Kinder und Menschen mit Einschränkungen sollte gegeben sein. Es sollte jeweils eine Visualisierung der Idee, ein kleines Modell sowie ein Prototyp hergestellt werden. Herausgekommen sind fünf ganz unterschiedliche Entwürfe:
Der Entwurf „D’rink“, von Luna Buschmann, Nele Fries, Lucy Born und Garlef Meyer beispielsweise besteht aus drei Rohren, die durch ihre unterschiedliche Höhe einen barrierearmen Zugang und das Trinken unabhängig von Körpergröße und körperlichen Einschränkungen ermöglichen. Zudem erzeugt das höchste Rohr einen feinen Sprühnebel, der Passant*innen und den Platz selbst spürbar abkühlt.
Die gebogene Form der Rohre ermöglicht die parallele Nutzung aller Wasserquellen. Das Muster des Bodengitters ist von Interferenzwellen inspiriert und bildet in seinen Zwischenräumen Wasserbecken für Hunde und Insekten. Die Möglichkeit, dass Menschen und Tiere gleichermaßen von „D'rink" profitieren, folgt dem More-Than-Human-Ansatz. (Zum Teil aus dem Begleittext zum Entwurf entnommen).
Der Entwurf „Hamuli“ von Melina Murek, Fabian Cuber und Monika Kizior ist in seiner äußeren Form unverkennbar durch die Architektur von Bernhard Pfau, insbesondere das Schauspielhaus inspiriert. Die Innenfläche der eng ineinandergreifenden, geschwungenen Wasserbecken weisen eine von Bienenflügeln inspirierte Oberflächenstruktur auf, die Anflug- und Aufenthaltsflächen für Insekten schafft. Im unteren Becken sammelt sich Wasser für Kleintiere, das obere Becken ist für Menschen aller Größen gut erreichbar.
Hamuli' bezeichnte kleine Häkchen am Vorderrand der Hinterflügel bestimmter Insekten, darunter auch Bienen. Sie verbinden Vorder- und Hinterflügel miteinander, sodass diese als zusammenhängende Fläche im Flug für Auftrieb und Stabilität sorgen. Dieses Prinzip der natürlichen Verbindung diente als Inspiration für den Trinkbrunnen. Eine Metapher für die Zusammenbringung von Natur und Mensch. (Zum Teil aus dem Begleittext zum Entwurf entnommen).
Der Entwurf „Pflanzbrunnen“ von Holly Velvet Palmer, Julia Natke, Lejia Zhang und Kira de Rooij Torres zeichnet sich besonders dadurch aus, daß besonderes Augenmerk auf die Mehrfachnutzung des Wassers gelegt wurde. Der Entwurf verbindet drei Funktionen in einem Objekt. Er versorgt Menschen mit Trinkwasser, bietet Tieren und Insekten Zugang zu Wasser und dient außerdem als Rankhilfe für eine Kletterpflanze, versorgt auch diese mit Wasser und er enthält oben und unten Auffangbehälter, die eine gewisse Menge Wasser speichern können.
Zwei Trinkhöhen machen den Brunnen für Erwachsene, Kinder und Rollstuhl Fahrende gleichermaßen nutzbar. Das ablaufende Wasser wird stufenweise weitergeleitet: von der oberen Armatur in eine Tiertrinkschale, von dort in den Bodenspeicher des Pflanzgefäßes; die zweite, untere Armatur speist eine Insektentränke aus Terrakotta und Kies, wovon das Wasser in die Erde weiter läuft. (Zum Teil aus dem Begleittext zum Entwurf entnommen).
Der Entwurf „Quellpunkt“ von Maelise Jourdan, Jona Schulze, Alina Thau und Julian Wiebe bezieht auch Pflanzen mit ein und zeichnet sich dadurch aus, daß er zusätzlich noch Schatten bietet und eine Sitzbank, die zum Verweilen einlädt. Im begrünten Dach finden Insekten und Vögel Wasser und Vegetation. Darunter befindet sich eine Sitzbank und die Trinkstelle für den Menschen.
Von der Trinkstelle läuft das Wasser in ein zusätzliches Becken für bodennahe Tiere. Die runde Form und die klare Konstruktion verbindet die unterschiedlichen Funktionen zu einer Einheit und einem ansprechenden sozialen Treffpunkt. (Zum Teil aus dem Begleittext zum Entwurf entnommen).
Der letzte Entwurf von von Nick Sieger und Ela Tanriverdi ist an den Düsseldorfer Brutalismus angelehnt. Hier ragen aus einem einfachen Betonblock Rohre in verschiedenen Höhen, die auf unterschiedlichen Ebenen als Wasserspender dienen. Unter zwei Rohren befinden sich noch Auffangschalen aus denen bodennahe Tiere leicht trinken können.
Mit den Entwürfen hört die Arbeit und das Engagement von Sabine Wenkums an ihrem Projekt jedoch nicht auf. Ihr Ziel ist, dass alle fünf Entwürfe auch in Düsseldorf umgesetzt werden und ihr Traum, dass einer vielleicht auch irgendwann in Paris steht.
Hier ein paar Eindrücke von der Veranstaltung und den Trinkbrunnenentwürfen:
Ansprache von Sabine Wenkums bei der Vorstellung des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Ansprache von Berly Thibould von der Stiftung Nachhaltigkeit der Stadtsparkasse Düsseldorf bei der Vorstellung des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Projektskizze "D´rink" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Prototyp D´rink des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Projektskizze "Hamuli" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Projektskizze "Pflanzerinnen" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Prototyp "Pflanzbrunnen" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Projektskizze "Quellpunk" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Prototyp "Quellpunkt" des Projektes "Trinkbrunnen für Mensch, Tier und Insekten"
(Foto: Stephanie Schauhoff)