BUND-Mitglieder schauen sich erste Rodungen und die Baustelleneinrichtung auf dem Wanderparkplatz Kölner Straße an, Blick von Schloss Meierhof in Richtung Himmelgeister Kirche
(Foto: Klaus Kurtz)
Ca. 200 Einwohner*innen und einige Interessierte von Umweltverbänden waren in die Sporthalle der Gemeinschaftsgrundschule Steinkaul gekommen. Vertreter*innen von SEBD, Projektträger und Liegenschaftsamt erläuterten mit Hilfe einer Präsentation die geplanten Maßnahmen und standen anschließend für Fragen zur Verfügung. Der erste Bauabschnitt - “Schloss Meierhof” - erstreckt sich vom bestehenden Deich bei Schloss Meierhof bis südlich der Kirche St. Nikolaus. Der zweite spätere Bauabschnitt - “direkte Ortslage” - umfasst den Abschnitt vor der Kirche St. Nikolaus nördlich entlang der Nikolausstraße bis kurz hinter dem Reitplatz (eine Lagekarte ist in der verlinkten Präsentation unten zu finden).
Es gab interessante Details zur Bauausführung: Es wird in diesen beiden Abschnitten aus Platzgründen eine Deichmauer statt eines Erddeichs gebaut. Hier existiert, bis auf das kurze Stück alten Deich bei Schloss Meierhof, bislang keine Hochwasserschutzanlage. In einigen Bereichen fehlen bis zu drei Meter Schutzhöhe. Außerdem sind mobile Elemente vorgesehen, damit die Deichhöhe in hochwasserfreien Zeiten nicht zu störend auf den Ausblick auf den Rhein wirkt.
Fragen aus dem Publikum gingen vor allem um Beeinträchtigungen in der zweijährigen Bauzeit. Die werden, so der Vertreter des SEBD, erheblich sein. Mit Baulärm, Bauverkehr, zeitweilige Wege- und Straßensperrungen ist zu rechnen.
Ein interessantes Detail gab es zur Frage eines Bürgers zur Schutzwirkung der jetzigen Baumaßnahme: Die Fehlhöhe gegenüber dem Bemessungshochwasser von 11,72 m (Pegel Düsseldorf) beträgt in der Ortslage bis zu 3 m, am Himmelgeister Deich im Rheinbogen an wenigen Stellen nur bis zu 10 cm. Die Schutzwirkung der Baumaßnahme ist also, auch ohne Sanierung des alten Deichs im Rheinbogen, nicht unbeträchtlich.
Die Frage nach der Verfügbarkeit der benötigten und noch nicht im Besitz der Stadt befindlichen Grundstücke für den Deichbau beantwortete das Liegenschaftsamt als nicht abgeschlossen. Es gebe noch Verhandlungen, die, wenn es keine gütliche Einigung gebe, auch mit Enteignungen enden könnten.
BUND-Sprecher Klaus Kurtz merkte an, dass die Umweltverbände die Baumaßnahmen begrüßen und sich über den Baubeginn freuen. Dissens gebe es nur um die Deichführung im Himmelgeister Rheinbogen, weil der BUND/die Deichkonferenz für die Bürger*innen einen besseren Hochwasserschutz wollen, als die Stadt ihn mit der aktuellen Planung anbiete.
Beschreibt man die Stimmung unter den anwesenden Bürger*innen in der Veranstaltung, so war das Gesprächsklima sachlich und konstruktiv, ein wenig Skepsis war zu spüren ob des vorgestellten Zeitplans (viele behördliche Ankündigungen sind ja immer wieder nicht eingetroffen), es gab viel Besorgnis bezüglich der Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahmen, aber auch deutliche Erleichterung, dass der Bau in der Ortslage nun endlich beginnt und damit mehr Sicherheit für 11.000 Bürger*innen in Himmelgeist, Itter und Teilen von Wersten und Holthausen hergestellt sein wird.
Informationen des SEBD zum Deichbau sind zu finden auf der Info-Seite des SEBD.
Die oben erwähnte Präsentation findet ihr → hier.