BUND-Kreisgruppe Düsseldorf
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Augen auf für die Natur – wer summt jetzt schon, wann fliegt der Kranich?

10. Februar 2026 | Naturschutz, Biodiversität, Mit uns aktiv

Frisch motiviert von der spannenden Schulung in der Naturbeobachtungs-App observation org sehe ich die Natur am Wege mit neu geöffneten Augen ...

https://observation.org/bioblitz/22126/bioblitz-unterbacher-see-eller-forst-dusseldorf/  (Quelle: Observation.org, Stichting Observation International und lokale Partner.)

Unser Referent Sascha Eilmus von der Offenlandstiftung Leichlingen ist Biologe und Insektenexperte. Mit Begeisterung und viel Fachwissen vermittelte er in der vom BUND Düsseldorf organisierten Schulung zu Observation.org am 07.02.2026 die Auswertungsmöglichkeiten der Citizen-Science-Datenbank Observation.org und die Anwendung der Erfassungsapp. Artenlisten, Beobachtungshäufigkeiten, Tortendiagramme, Zeitvergleiche, vieles ist möglich.

Und so geht es: 

Auf Observation.org (Link hier) ein Nutzerkonto anlegen, Observation.org-App auf dem Smartphone installieren und loslegen. 

Fotos können unterwegs gemacht und später hochgeladen werden, oder man lässt die Pflanze oder Tier vor Ort über die App bestimmen und lädt die zur Bestimmung benutzten Fotos direkt hoch.

Für Anfänger ist die Bestimmung direkt vor Ort erstmal hilfeich, denn wenn die Bestimmung nicht genau genug ist, kann nochmal ein Detail wie Blüte oder Blattform oder die Unterseite einer Schnecke fotografiert werden. Die Bestimmung wird automatisch plausibilisiert, aber auch eine Expertenvalidierung ist Teil des Qualitätssicherungsssystems. 

Es gibt einen Verhaltenskodex (https://observation.org/pages/code-of-conduct/): Betretungsgebote sind einzuhalten, Tiere nicht zu stören. Vom Menschen in Garten, Park oder Straßenraum gesetzte Pflanzen dürfen nicht erfasst werden – es sei denn, sie breiten sich als Neophyten in der Natur aus.

Überraschende Requisiten

Als Sascha Eilmus am Ende der Schulung seinen Instrumentenkoffer zeigt, staunen wir nicht schlecht: 

Eine komfortable Blue-Touth-Selfie-Stange, eine Taschenlampe mit Infrarotlicht, eine Taschenlampe für UV-Licht zur Auffindung floureszierender Lebewesen bei Nacht (Schutzbrille nicht zu vergessen), Powerbank zum Aufladen des Handys, Unterlegscheibe mit Maßeinheiten zum Fotografieren mit Größenangabe, diverse Gefäße (Vorsicht: Fangen von Tieren auch zur Beobachtung und zum Fotografieren ist nur mit Genehmigung erlaubt), Temperaturmessgerät zur Dokumentation der Temperatur z. B. des sonnengewärmten Bodens wenn Amphibien oder Insekten früh im Jahr unterwegs sind….

Der frühe Kranichzug über Düsseldorf in diesem Jahr ist jetzt dokumentiert!

In der Observation.org-App kann man gesichtete Tiere auch ohne Foto erfassen. So standen wir in der Nachmittagssonne vor Haus Bürgel, als eine Teilnehmerin plötzlich sagte: Die Kraniche. Dann hörten wir sie nicht nur, sondern sahen sie auch: einige Formationen auf der Rückkehr aus dem Süden.

Auf meinem Heimweg im Eller Forst, dann wieder: Kranichrufe und mehrere Formationen. Aber natürlich so schnell und plötzlich, dass ein Foto nicht möglich war. Trotzdem konnte ich sie direkt in der App dokumentieren. Die erste Erfassung von Kranichen im Gebiet rund um den Unterbacher See in diesem Jahr. Die Information über den frühen Rückflug auf dieser Route steht der Wissenschaft jetzt zur Verfügung.

An einem der nächsten Wochenenden will ich wieder los mit der App. Wer kommt mit? Schreibt an info@bund-duesseldorf.de.

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