Aktiv beim Deichvortrag beim Rheincamp in Monheim: Elke Löpke, Birgit Höfer, Michael Hollstein (v. l.)
(Foto: BUND privat)
“Die Klimakrise ist eine Wasserkrise: An den Störungen in den Wasserkreisläufen werden die Folgen der Klimakrise konkret. Deutschland ist eine der Regionen, die weltweit am meisten Wasser verlieren (siehe Grace-Mission des Global Institute for Water Security 2022). Jetzt kommen hierzulande sehr schnell große Fragen auf unsere Gesellschaft zu: Wer verschmutzt und zerstört die Wasserkreisläufe? Wie kann wertvolles Wasser geschützt werden? Wie können wir Wasser gerecht verteilen, wenn es doch eine knapper werdende Ressource ist?” (Klima*Kollektiv e. V. auf flusscamps.org)
Die Forderungen des Kollektivs umfassen auch Klimaschutz durch natürliche Feuchtgebiete und Auen: “Statt teurer Technofixes auf Kosten der Allgemeinheit verbunden mit der weiteren Zerstörung von Ökosystemen und Flächen brauchen wir günstige, vernünftige und regionale Lösungen, die nachhaltig sind: Wir brauchen langfristige naturbasierte Ansätze statt kurzfristige Problem-verschiebungen! Dafür müssen wir nicht nur übermäßigen Wasserverbrauch begrenzen, sondern vor allem die Wasservorräte vor Ort stärken. Moore, Auen, Feuchtgebiete, Wälder sind ideale Klimaschützer und wertvolle Naturlandschaften. Sie halten Wasser in der Landschaft, sodass sich Grundwasser bilden kann, und helfen gegen Überschwemmungen und Dürren gleichermaßen.”
Anhand des konkreten Streits um den Deichverlauf am Himmelgeister Rheinbogen sprach Birgit Höfer vom BUND Düsseldorf zu “Hochwasserschutz, Auen und Auenrenaturierung” und erläuterte die Vorteile einer Deichrückverlegung für Natur, Wasserhaushalt und Mensch. Dabei ging es auch um den langen Planungsprozess, Klageerfolg des BUND beim Kampf für die Rückverlegung, anhaltende Hindernisse, den aktuellen Stand des Verfahrens und Beteiligungsmöglichkeiten. Näheres auf der Deichseite des BUND Düsseldorf.
Kompetente Unterstützung kam von Mitstreitern für die Auen am Rhein: Michael Hollstein von den Naturfreunden Düsseldorf wusste einiges zur Historie der Planungen und dem Knackpunkt Flächenverfügbarkeit zu ergänzen, Elke Löpke hob unter anderem das Thema Solidarität beim Hochwasserschutz hervor und Frank Kleinwächter vom Fischereiverband betonte die Bedeutung der Auen für die Vermehrung vieler Fischarten und berichtete von einem Auenprojekt des Fischereiverbandes.
Eindrücke vom Rheincamp: Am ersten Tag war der Andrang im Rheincamp noch gering, auf der Zeltwiese noch reichlich Platz, ökologische Toiletten und Küchenzelt wurden von den Freiwilligen schon bewirtschaftet. Die meisten Leute wurden aber erst fürs Wochenende erwartet. Für Samstag 29.08.2026 rief Robin Wood e.V. mit einem breiten Bündnis (u. A. Wasserbündnis Rheinisches Revier, Klima*Kollekiv, Health for Future, Netzwerk Rechte der Natur, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW e. V., urgewalt) vor dem Crop Science Center der Bayer AG zur Demo gegen Rheinverschmutzung und Übernutzung unter dem Motto “Klima- & Wassergerechtigkeit statt Niedrigwasser & Chemikalien” auf (Aufruf hier)
Impressionen vom Rheincamp bei Monheim 2026 Anreisetag