Winterlandschaft
(Foto: Stephanie Schauhoff)
Am 26.01.2026 fand die konstituierende Sitzung des neuen Naturschutzbeirats für die aktuelle Wahlperiode statt. Von der BUND Kreisgruppe nahmen Klaus Kurtz und Rüdiger Scherwas als stimmberechtigte Mitglieder sowie Stephanie Schauhoff als stellvertretendes Mitglied teil.
Herr Luther, Leiter der unteren Naturschutzbehörde im Garten-, Friedhofs- und Forstamt, eröffnete die Sitzung und dankte und verabschiedete zunächst die ausscheidenden Mitglieder und würdigte besonders diejenigen, die seit mehr als 20 Jahren dabei waren. Anschließend wurden die neu gewählten Mitglieder und Stellvertreter vorgestellt und willkommen geheißen.
Als neue Vorsitzende wurden Gerda Hucklenbroich (NABU) und Christian Freund (Jagdverband) gewählt, die - wegen Stimmengleichheit bei der Wahl - je eine halbe Amtsperiode der Vorsitz übernehmen und in der anderen Hälfte als Stellvertreter fungieren.
Weiterhin wurde beschlossen, dass Gerda Hucklenbroich (NABU), Klaus Kurtz (BUND), Herr Freund (Landesjagdverband) und Herr von Holtum (Rheinischer Landwirtschaftsverband) Rederecht für den Naturschutzbeirat im Umweltausschuss haben sollen.
Anschließend präsentierte Herr Luther noch die Ziele EU-Wiederherstellungsverordnung. Der Zeitplan für die Umsetzung ist wie folgt geplant: In Deutschland erstellt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) den nationalen Wiederherstellungsplan, der der EU-Kommission 2026 vorgelegt wird. Die Bundesländer – also auch Nordrhein-Westfalen – liefern dafür die fachlichen Grundlagen. Bis 1. September 2026 müssen sie
- geeignete Flächen und Ökosysteme benennen,
- mögliche Maßnahmen vorschlagen,
- Kosten, Zuständigkeiten und Zeitrahmen konkretisieren,
- Bis März 2027: EU-Kommission prüft und begutachtet den Plan.
- Bis September 2027 erfolgt die Finalisierung der Wiederherstellungspläne durch die EU-Mitgliedstaaten.
- Nach September 2027 beginnt die Umsetzung der Maßnahmen.
Nach Festlegung der weiteren Sitzungstermine für das laufende Jahr schloß Herr Luther die Sitzung.
Im Nachgang ergaben sich noch interessante Gespräche mit anderen Teilnehmern: Frank Kleinwächter vom Fischereiverband informierte über ein Auenprojekt des Verbands für Düsseldorf. Der Verband hat eine eigene Stelle dafür eingerichtet und hat Interesse an einer Zusammenarbeit. Der BUND hat Interesse bekundet und ein gemeinsamer Termin ist geplant.
Hintergrund
Der Naturschutzbeirat ist eine nach dem Landesnaturschutzgesetz NRW (LNatSchG NRW) vorgeschriebene unabhängige Vertretung der Belange von Natur und Landschaft. Die Bildung eines Beirates ist für Kreise und kreisfreie Städte zwingend vorgeschrieben. Die im Landesnaturschutzgesetz NRW genannten gesetzlich anerkannten Verbände (§ 70, 4 LNatSchG NRW) können Vertreter für den Beirat vorschlagen, die dann vom Rat der Stadt Düsseldorf gewählt werden.
In Düsseldorf besteht der Beirat aus 16 ehrenamtlichen Mitgliedern und 16 Stellvertretern. Im aktuellen Beirat sind Mitglieder der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU), des BUND, des NABU, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, des Rheinischen Landwirtschaftsverbands, des Waldbauernverbands NRW, des Landesverbands Gartenbau Rheinland, des Landesjagdverbands NRW, des Fischereiverbands NRW, des Landessportbunds sowie des Imkerverbands Rheinland vertreten.
Die Aufgaben des Naturschutzbeirats bestehen darin, die untere Naturschutzbehörde im Hinblick auf den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Landschaft zu beraten, Politik, Behörden und anderen Stellen Vorschläge und Anregungen zu unterbreiten und der Öffentlichkeit Absichten und Ziele von Landschaftspflege und Naturschutz zu vermitteln.
Darüber hinaus stehen dem Beirat Anhörungs- und Beteiligungsrechte zu. So ist er vor allen wichtigen Entscheidungen und Maßnahmen zu beteiligen, wenn es sich dabei um Eingriffe in Natur und Landschaft handelt. Außerdem kann der Beirat geplanten Befreiungen von natur- und landschaftsrechtlichen Ge- oder Verboten gemäß § 67 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit §75 des Landesnaturschutzgesetzes widersprechen.
Der Beirat tagt in öffentlicher Sitzung, interessierte Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Termine und Ort der Sitzungen werden rechtzeitig über die lokale Presse oder die Webseite der Unteren Naturschutzbehörde (auf www.duesseldorf.de) bekannt gegeben.