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Was wir schon gelesen haben:

“Bäume auf die Dächer - Wälder in die Stadt” von Konrad Amber

Bäume auf die Dächer - Wälder in die Stadt von Konrad Amber  (Bild: Umschlaggestaltung von Gramisci Design unter Verwendung eines Fotos von Hanna Mathis (Dachgarten), einer Illustration von Teresa Wagenhofer (Stadtansicht) sowie der Textur shutterstock_223876018 (suwin))

Zu diesem Buch:
In diesem Buch zeigt Conrad Amber am Beispiel von 30 ganz konkreten Ideen auf, wie man in der Stadt und entlang von Strassen ohne viel zusätzlichen Platzbedarf mit Baum- und Strauchpflanzungen ein Maximum an Unterstützung für die Natur erreichen und auch wie man im eigenen Umfeld Einfluß nehmen kann. 

Ein Beispiel, das viel bringen würde ist die Randbepflanzung von Autobahnen und großen Strassen mit Bäumen in der zweiten Reihe und davor bzw. dazwischen Strauchbepflanzung, Dies wäre ein grosses Potential an zusätzlichen Bäumen die Sauerstoff freisetzen und CO2- und Feinstaub absorbieren. Zudem könnte man durch regelmäßigen Beschnitt Brennmaterial gewinnen und Leitplanken wären überflüssig, denn beim aus der Kurve fliegen landete man im Gestrüpp weicher.

Ein anderes Beispiel in der Stadt sind die konsequente Ausnutzung von Flachdächern für Dachgärten, was zum einen der Natur hilft, zweitens Nahrungsmittel für die Bewohner liefern kann, drittens im Winter Heizkosten spart und im Sommer kühlt und viertens die Flachdächer vor Alterung schützt.

Unser Fazit:
Das Buch liest sich leicht und enthält, wie oben beschrieben, ein paar interessante Ideen für nützliche Begrünung. Viele der weiteren Kapitel zu Dach- und Fassadenbegrünung, Wäldern und Friedwäldern in und um die Stadt bieten allerdings nicht viel Neues, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass das Buch bereits 10 Jahre alt ist. 

Außerdem sind die Kapitel so aufgebaut, dass man sie auch einzeln lesen kann, was aber beim systematischen Lesen zu vielen Wiederholungen führt. Wer sich jedoch vom Enthusiasmus des Autors anstecken lassen möchte, und sich noch nicht intensiv mit Grün in der Stadt auseinandergesetzt hat, für den ist das Buch durchaus lesenswert.

"Mit Pflanzen die Welt retten" von Bernhard Kegel

Buchcover Mit Pflanzen die Welt retten  (Covergestaltung: Lübbecke Naumann Thoben, Köln)

Über das Buch:
Die Erde heizt sich auf. Sie tut dies in beispielloser Geschwindigkeit. Nicht wenige verfallen als Folge in Fatalismus, doch es gibt Hoffnung: Ohne zu beschönigen, versammelt Bernhard Kegel alle technischen und biologischen Möglichkeiten, um diese katastrophale Entwicklung zu stoppen. Denn es wird nicht reichen, unseren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren oder sogar einzustellen. Wir können die schlimmsten Auswirkungen nur dann abwenden, wenn wir der Erdatmosphäre zusätzlich in großen Mengen CO2 entziehen und in irgendeiner Weise klimaunwirksam lagern. 

Das Spektrum möglicher Maßnahmen ist groß und reicht von der Revitalisierung der Moore über mehr Fotosynthese durch Aufforstung, die Optimierung der Fotosynthese von Nutzpflanzen und das Bauen mit Holz bis hin zum künstlichen Blatt als Wasserstoff- und Energielieferant. Licht und Fotosynthese haben höheres Leben möglich gemacht und geformt, jetzt könnten sie helfen, es vor einer seiner schwersten Krisen zu bewahren.

Unser Fazit:
Ein lesenswertes, interessant geschriebenes Buch für alle, die wissen möchten, welchen Beitrag Pflanzen bei der Bewältigung der Klimakrise leisten können. 

Einige Informationen waren für uns durchaus überraschend, z.B. die Rolle, die Wasserpflanzen (u.a. Seegraswiesen) bei der Speicherung von CO2 einnehmen können. Oder die Forschungen auf dem Gebiet der künstlichen Photosynthese, wo u.a. versucht wird künstliche Blätter herzustellen. In diesen werden Lichtabsorption und Elektrolyse so kombiniert, dass am Ende unter Lichteinstrahlung und CO2-Verbrauch Sauerstoff oder sogar Methan erzeugt wird. 

Der Autor betont außerdem die große Bedeutung von Mooren – sowohl als CO2-Emittenten im trockenen Zustand als auch (wieder)vernässt als Kohlenstoffsenke. Für alle Bereiche (Wälder, Moore, Seegraswiesen etc.) gilt: der Schutz des Bestandes ist wichtiger als Neupflanzung, da diese oft mühsam und langwierig ist. Wir brauchen das Potential der Pflanzen dringend – aber sie können keine Maßnahmen ersetzen, die den Ausstoß von CO2 in den Sektoren Energie, Mobilität, Landwirtschaft etc. reduzieren.
 

"Die Welt kippt" von Heiko von Tschischwitz

Wie weit würdest du gehen, um die Welt zu retten?

Umweltroman von Heiko von Tschischwitz  (Cover: Ullstein Taschenbuch)

Über das Buch:
„Die Welt kippt“ ist ein dystopischer Roman, der in einer Zukunft spielt, in der sich die Welt durch den Klimawandel und politische Konflikte am Rand des Chaos bewegt. Die Handlung folgt mehreren Charakteren, die in unterschiedlichen Regionen leben und die Auswirkungen dieser globalen Krise erfahren.

Tessa Hansen, eine junge Umweltaktivistin, hat ihr Leben dem Kampf gegen die Klimakatastrophe verschrieben. Sie lernt die Silicon Valley­Investorin Shannon O’Reilly kennen und findet in ihr wider Erwarten eine Gleichgesinnte. Doch Tessa erkennt bald, dass Shannon keine Skrupel im Hinblick auf die sozialen Folgen hat, wenn es darum geht, das Klima zu schützen ... Unterdessen treibt China ein eigenes Vorhaben gigantischen Ausmaßes voran, das die handlungsunfähigen westlichen Demokratien vor Rätsel stellt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und bald muss sich Tessa die Frage stellen, was sie bereit ist, für ihre Überzeugungen zu opfern.

Ein Roman, der brandaktuelle Themen aufnimmt und diese bis zum Schluss weiterdenkt. Der Roman thematisiert die zerbrechliche Balance zwischen Mensch und Natur sowie die Herausforderungen menschlicher Entscheidungen in Krisenzeiten.

Die Protagonisten stehen vor moralischen Dilemmata und unterschiedlichen Perspektiven, die die Dringlichkeit des Themas verdeutlichen und zum Nachdenken über unsere eigene Verantwortung gegenüber der Umwelt anregen.

Unser Fazit:
Auch wenn sich die Klimamaßnahme, die im Mittelpunkt des Buches steht, nach unserer nächsten Lektüre von Berhard Kegel doch als wenig zielführend erweist, werden einige Dilemmata von Klimaschutzmassnahmen deutlich und der Unterhaltungsroman ist durchweg spannend und unterhaltsam geschrieben.

"Hoffnung für Verzweifelte" von Hannah Ritchie

 (Buchcover: Piper Verlag GmbH)

Über das Buch:
Hannah Ritchie (*1993) ist eine schottische Datenwissenschaftlerin. Sie ist Senior Researcher an der University of Oxford in der Oxford Martin School und stellvertretende Chefredakteurin bei Our World in Data. Inspiriert von Hans Rosling hat sie schon früh damit begonnen das Thema Nachhaltigkeit unter dem Blickwinkel statistischer Daten zu betrachten. Anhand dieser untersucht sie in ihrem Buch den Zustand und die aussichtsreichsten Hebel für sieben umweltrelevante Bereiche.

Unser Fazit:
Das Buch informiert umfassend über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in 7 verschiedenen Umweltbereichen: Luftverschmutzung, Klimawandel, Entwaldung, Ernährung, Verlust der biologischen Vielfalt, Plastik im Meer, Überfischung. Durch die langfristige Darstellung der Veränderungen z. T. über Jahrhunderte hinweg sieht man in vielen Bereichen deutliche Verbesserungen (z.B. Luftverschmutzung), die jedoch nicht immer schnell genug gehen (z.B. Klima). 

Mit der globalen Betrachtungsweise werden gängige Denkmuster hinterfragt. Manche Aussagen der Autorin werfen allerdings auch Fragen auf, die man kontrovers diskutieren kann. Z.B. ihre Einschätzung zu Plastik: da Kunststoff auch positive Wirkungen hat, sieht die Autorin das Hauptproblem darin, dass dieser nicht immer gut deponiert wird (Plastik im Meer). Produzieren wir nicht viel zu viel Plastik? Trotzdem: klare Leseempfehlung. Das Buch regt dazu an, in Umweltfragen am Ball zu bleiben. Dabei ist hilfreich, dass die Autorin Prioritäten für wirkungsvolle Maßnahmen vorschlägt.

 

Der nächste Termin

10.02.2026 um15:00 im Maxhaus, Schulstr. 11, 40213 Düsseldorf